Alles beim Alten
Deloitte mag es lieber dezentral

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft will - anders als ihre Rivalen - ihre dezentrale Organisation mit nationalen Partnerfirmen beibehalten. Gleichzeitig hofft man für dieses Jahr auf ein Wachstum von mindestens fünf Prozent.
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FRANKFURT. "Wir glauben, dass dies die richtige Struktur für professionelle Beratungsleistungen ist", sagte Martin Plendl, Chef der deutschen Deloitte & Touche, gestern in Frankfurt. Die Partner hätten deshalb beschlossen, vorerst alles beim Alten zu belassen.

Damit stellt sich die weltweite Nummer eins im Prüfungs-und Beratungsgeschäft bewusst gegen große Rivalen. KPMG hatte im Oktober 2007 die Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zur KPMG Europe fusioniert. Ernst & Young ging im Juli 2008 noch weiter und schloss die Firmen in Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika zu einer operativen Einheit zusammen.

Beide begründen diesen Schritt mit den zunehmend globalen Ansprüchen der Mandanten. Deloitte dagegen ist davon überzeugt, dass ein globales und integriertes Serviceangebot nicht zwingend eine zentrale Firmenstruktur erfordert.

Wachstum von fünf Prozent

Deloitte musste in Deutschland im vergangenen Geschäftjahr (Ende zum Juni 2010) einen Umsatzrückgang von 716 Mio. auf 577 Mio. Euro hinnehmen. Hintergrund seien große, weltweite Sonderaufträge mit deutscher Beteiligung wie etwa die Untersuchung der Korruptionsvorfälle bei Siemens, die ausgelaufen seien, so Plendl. Ohne diese Effekte habe man die inländische Leistung stabil gehalten.

Vor allem das Beratungsgeschäft hatte in den ersten sechs Monaten noch deutlich unter der Krise gelitten. Mittlerweile ziehe die Nachfrage aber wieder an. So ist der Umsatz im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres um fünf Prozent gestiegen, im Monat September sogar um sieben Prozent. "Wir wollen im laufenden Geschäftsjahr mindestens ein Wachstum von fünf Prozent erreichen", sagte Plendl. Dazu sollen 650 neue Mitarbeiter in diesem Jahr eingestellt werden.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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