Als Gewinnbringer
Airlines entdecken Meilen-Programme

Angesichts der mageren Gewinne im Fluggeschäft sind manche Airlines erfinderisch darin, neue Erlösquellen zu erschließen. Doch so neu ist das nicht: American Airlines und Air Berlin verdienen Millionen mit Bonusmeilen.
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Berlin/FrankfurtAngesichts des harten Wettbewerbs und hauchdünner Renditen im Kerngeschäft entdecken Fluggesellschaften den Wert ihrer Vielfliegerprogramme. Punkte-Clubs wie Miles & More der Lufthansa sind sichere Gewinnbringer und bergen die Daten von Millionen dauerfliegenden Gutverdienern. Eigentlich ein gefundenes Fressen für jede Marketing-Abteilung, doch zieren sich die Fluglinien häufig noch, ihre Datenschätze auch zu heben. Stattdessen arbeiten sie daran, die Programme durch ein Mehr an Selbstständigkeit gewinnträchtiger zu machen. Der Druck auf die Fluglinien ist groß: Nach Berechnungen des Branchenverbands Iata fallen die Ticketpreise dieses Jahr um 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Gewinnmarge dürfte bei 2,4 Prozent liegen.

Meilen-Pionier ist American Airlines. Die Fluglinie legte 1981 unter dem Namen AAdvantage das weltweit erste Programm auf. Ziel war und ist es, Fluggäste an sich zu binden, indem ihnen ab einem bestimmten Meilen-Kontostand Freiflüge angeboten werden. Seitdem tat sich viel: Die Flugpunkte sind mittlerweile zur eigenen Währung geworden, die von den Airlines an Mietwagenfirmen, Hotels oder Kreditkartenunternehmen verkauft werden. So hat etwa die US-Fluggesellschaft Delta mit dem Verkauf ihrer Meilen von 2011 bis 2013 von American Express 675 Millionen Dollar eingenommen, wie Analystin Nadejda Popova von der Marktforschungsfirma Euromonitor schätzt.

Angesichts der mageren Gewinne im Kerngeschäft mit Flügen sind manche Airlines erfinderisch darin, neue Erlösquellen zu erschließen. Vor zwei Jahren versilberte die angeschlagene Air Berlin ihr Miles & More-Pendant Topbonus für 185 Millionen Euro an die arabische Fluglinie Etihad. Die Summe entspricht etwa dem damaligen Börsenwert von Air Berlin insgesamt. Voriges Jahr brachte die brasilianische Fluglinie Gol ihr Treueprogramm an die Börse und senkte mit den Erlösen die Schulden.

Letzteres wird Experten zufolge Schule machen. Eine Abspaltung mit anschließendem Sprung an den Aktienmarkt hilft Fluggesellschaften dabei, den Wert des Geschäfts zu ermitteln. Zudem ist ein solcher Schritt nach Aussage von Jonathan Wober, Chef-Finanzanalyst der Airline-Beratung Capa, sinnvoll, da die Programme dann aus eigener Kraft Gewinne erwirtschaften müssen, welches dazu führe, neue Erlösquellen zu erschließen.

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