Amazon-Rivale aus China
Alibaba steigert Umsatz kräftig

2014 legte Alibaba den größten Börsengang aller Zeiten hin. Jetzt überrascht der chinesische Online-Händler mit einem kräftigen Umsatzsprung. Doch ausgerechnet in China wächst das Geschäft langsamer.

BangaloreDer chinesische Online-Händler Alibaba hat vom brummenden Geschäften im Weihnachtshandel profitiert. Der Rivale von US-Marktführer Amazon steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal überraschend kräftig um 32 Prozent auf umgerechnet 4,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Allerdings bekommt Alibaba auch die Konjunkturabkühlung in China zu spüren. Der Gesamtwert der Waren, die dort über die Handelsplattformen des Konzerns abgewickelt werden, stieg zwar um 23 Prozent. Doch war dies die geringste Zunahme seit mehr als drei Jahren. Die Anleger waren aber zufrieden: Die Aktie legte vorbörslich drei Prozent zu.

Besonders stark lief das Geschäft am großen Einkaufstag zum „Singles' Day“ im November. An dem Tag seien 467 Millionen Bestellungen verarbeitet worden, in der Spitze seien es 140.000 Transaktionen pro Sekunde gewesen. Der „Singles' Day“ am 11. November war überhaupt erst von Alibabas Online-Supermarkt Tmall als Shopping-Festival etabliert worden.

Auch zahlte sich für Alibaba die Expansion auf dem Lande in China aus. Der Konzern will unter anderem bei Handel und Zustellung von Lebensmitteln aus regionaler Produktion mitmischen. Dienste dafür würden inzwischen in 12.000 Dörfern angeboten, erklärte Alibaba. Konzernchef Daniel Zhang erklärte, man wolle Industrieartikel aus den Städten auf dem Lande verkaufen und den Bauern helfen, frische Lebensmittel in die Ballungszentren zu bringen.

Alibaba hatte beim größten Börsengang aller Zeiten 2014 rund 25 Milliarden Dollar eingenommen. Der Konzern kommt in China auf einen Marktanteil von rund 80 Prozent und will weiter expandieren. Dazu will er auch in einem Milliardendeal das chinesische Youtube-Pendant Youku Tudou übernehmen, um ähnlich wie Amazon verstärkt Medieninhalte anzubieten.

US-Konkurrent Ebay geriet zuletzt in Hintertreffen und musste im Weihnachtsgeschäft unerwartet große Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verkraften. Dem Pionier von Online-Auktionen setzt im klassischen Internet-Handel Amazon stark zu. Die Amazon-Quartalszahlen standen am Abend an.

Agentur
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dpa 
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