American-Airlines-Übernahme
Das Traumbündnis von Air Berlin droht zu platzen

Kurz vor dem Beitritt zur Luftfahrtallianz Oneworld bahnt sich in den USA eine Übernahmeschlacht um den stärksten amerikanischen Partner an. Muss die gebeutelte Fluggesellschaft ihre Bündnisstrategie überdenken?
  • 1

DüsseldorfFür den langjährigen Chef von Air Berlin, Joachim Hunold, war die Mitgliedschaft in der Luftfahrtallianz Oneworld ein Prestigeprojekt. Vor zwei Jahren gab er bekannt, dass sein Unternehmen ab 2012 im Verbund mit großen Playern wie British Airways und American Airlines auf dem internationalen Markt mitspielen will.

Die Mitglieder teilen sich Strecken, stimmen Anschlüsse aufeinander ab oder arbeiten bei den Bonussystemen zusammen. Ein von den Behörden gebilligtes Kartell, in gewisser Weise - und ein echter Vorteil für das Unternehmen, so sah es Hunold.

Sein Nachfolger, Hartmut Mehdorn, ist da schon vorsichtiger. Ihn schrecken die Kosten der Mitgliedschaft – Beitrittskandidaten müssen zunächst viel investieren, etwa in Buchungssysteme oder Kabinenstandards. Seit Mehdorn im August vergangenen Jahres die Führung bei Deutschlands zweitgrößter Airline übernommen hat, betont er, dass die Zugehörigkeit sich beim Umsatz deutlich bemerkbar machen müsse. Sonst sei Air Berlin ganz schnell wieder draußen. Prestigeprojekt hin oder her.

Seit gestern dürfte Mehdorn noch etwas skeptischer geworden sein: Unter den US-Fluggesellschaften zeichnet sich eine Großfusion ab; ausgerechnet der stärkste amerikanische Partner im Bündnis, American Airlines, wird als Übernahmekandidat gehandelt. Gleich mehrere Rivalen umschwirren nach Medienberichten die insolvente Fluggesellschaft, die sich zurzeit unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechtes befindet.

Als aussichtsreichster Bieter, so berichtet das „Wall Street Journal“, gilt ausgerechnet Delta Airlines: Der Wettbewerber ist Mitglied und wichtigste Fluggesellschaft im Bündnis Skyteam – und steht mit seinem Zusammenschluss in direkter Konkurrenz zu Oneworld und dem dritten großen Bündnis Star Alliance.

Noch ist nichts entschieden, bis zu einer tatsächlichen Offerte könnten Monate vergehen. Sollte Delta aber tatsächlich American kaufen, wäre die Oneworld-Allianz für Air Berlin so gut wie gestorben. „Delta würde American Airlines aus Oneworld herausnehmen“, sagt Gerald Wissel, Managing Director der Beratungsgesellschaft Airborne Consulting, im Gespräch mit Handelsblatt Online „Wenn das passiert, sinkt die Attraktivität der Allianz für Air Berlin.“

Seite 1:

Das Traumbündnis von Air Berlin droht zu platzen

Seite 2:

Ohne American Airlines wenig attraktiv

Kommentare zu " American-Airlines-Übernahme: Das Traumbündnis von Air Berlin droht zu platzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Air Berlin hat ja schon eine strategische Alternative: Etihad...
    alles wird gut!
    Ein Vielflieger-Passagier

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%