Anhaltende Branchenkrise
Lufthansa stellt 2003 schwarze Null in Aussicht

Lufthansa-Bereichsvorstand Thierry Antinori verbreitet vorsichtigen Optimismus. Seiner Einschätzung zufolge könnte das Unternehmen das Jahr 2003 trotz der anhaltenden Branchenkrise mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließen.

HB TUNIS. „Weil wir heute besser und flexibler aufgestellt sind, fit und schnell in der Reaktion, werden wir, wenn es gut läuft, am Ende des Jahres eine schwarze Null schreiben“, sagte Antinori auf der Tagung der Deutschen Touristikindustrie bei Tunis. Eine Lufthansa-Sprecherin präzisierte: „Damit ändern wir unsere bisherige Prognose nicht. Wir erwarten weiterhin unter den gegebenen Umständen in diesem Jahr kein positives operatives Ergebnis.“

Bislang rechnet die Lufthansa angesicht der anhaltenden Krise der Luftverkehrsbranche in Folge des Irak-Kriegs und der Lungenkrankheit Sars für das Gesamtjahr 2003 nicht mit einem Gewinn und hatte daher angekündigt, die Kosten weiter strikt zu kontrollieren. Um profitables Wachstum und Beschäftigung zu sichern, sei in den nächsten zwei Jahren eine Kostensenkung um 1,2 Mrd. € erforderlich, hatte am Freitag eine Lufthansa-Sprecherin gesagt. Das Management habe aber noch kein neues Kostensenkungsprogramm in dieser Größenordnung verabschiedet.

Vor allem Dank harter Sparmaßnahmen hatte die Kranich-Linie im zweiten Quartal überraschend einen operativen Gewinn von 65 Mill. € eingeflogen. Unter dem Strich stand im Konzern aber ein zweistelliger Millionen-Verlust. Im ersten Quartal hatte die Lufthansa noch einen Betriebsverlust von 415 Mill. € verzeichnet.

Die Lufthansa habe schmerzhafte Maßnahmen ergriffen, fügte Antinori hinzu. „Wir mussten viele Flugzeuge stilllegen und Kapazitäten reduzieren.“ Mitarbeiter hätten kürzer gearbeitet und auf einen Teil ihres Lohnes verzichtet. „Aber dadurch konnten wir sparen ohne Entlassungen“, sagte Antinori. Mitte Oktober hatte die Lufthansa angekündigt in den kommenden Jahren rund 2000 Stellen streichen, dabei aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Derzeit sind noch 66 Flugzeuge der Lufthansa stillgelegt.

Im September sind erneut weniger Passagiere mit der Lufthansa geflogen und auch beim Frachtaufkommen verzeichnete die Fluggesellschaft wegen der Konjunkturschwäche weiter Einbußen. Die anhaltende Konjunkturschwäche, der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars hatten in diesem Jahr die Verkehrszahlen der Fluggesellschaften weltweit belastet.

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