Anleihe soll Finanzbasis stärken
FTI will 2005 die Gewinnzone erreichen

Der Münchener Reiseveranstalter FTI will sich über eine Anleihe 30 Millionen Euro frisches Geld beschaffen und damit seine Finanzbasis stärken. Im laufenden Geschäftsjahr soll zudem der Sprung in die Gewinnzone gelingen.

HB MÜNCHEN. „Anleger können die fünfjährige Anleihe mit einem Zinssatz von 6,75 % ab sofort zeichnen“, teilte Deutschlands sechstgrößter Touristikanbieter am Donnerstag in München mit. Den Erlös will FTI in den Vertrieb und den Service investieren, um das operative Geschäft zu stärken.

Die frühere Frosch Touristik wolle mittels der Anleihe keine Zukäufe finanzieren. „Es gibt kein Produkt, das ich nicht selber machen könnte“, erteilte FTI-Chef Dietmar Gunz einer Akquisition eine Absage. Obwohl FTI Produktlieferant für den Reisesender Sonnenklar TV sei, habe das Unternehmen keine Absichten, diesen zu kaufen, fügte Gunz hinzu. Der Eigentümer von Sonnenklar TV, Pro Sieben Sat1, prüft derzeit den Verkauf des defizitären Senders. FTI war in Medienberichten als potenzieller Interessent genannt worden.

Auch ein Börsengang komme zurzeit auf Grund des Marktumfelds nicht in Frage, sagte Finanzchef Turan Jenei. Daher habe FTI einer Anleihe zur Beschaffung von Kapital den Vorzug gegeben. Die Option für eine Aktien-Emission müsse sich FTI aber offen halten.

Mit der Geschäftsentwicklung zeigte sich Gunz zufrieden. In der Wintersaison 2004/05 habe FTI bei den Buchungen Zuwächse von 6,7 % verzeichnet. Für die angelaufene Sommersaison lägen sie zehn Prozent über Vorjahr.

FTI gehörte bis vor zwei Jahren zum britischen Touristikkonzern My Travel und schrieb mehrere Jahre Verluste. Im Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) setzte FTI 546 Mill. € um und schrieb vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit 477 000 € wieder schwarze Zahlen. Das entspreche einer Ergebnisverbesserung von 42 Mill. €, hieß es. Im laufenden Jahr sollen sowohl das operative Ergebnis weiter erhöht als auch unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben werden.

Auf unvorhergesehene Ereignisse könne FTI sehr schnell reagieren, da der Konzern nicht an eine Fluggesellschaft oder Hotelkette gebunden sei, sagte Gunz. Es gebe auch keine Pläne, diese Handlungsfreiheit aufzugeben. „Wir werden den Teufel tun, uns an Risiken zu binden, die wir nicht brauchen“, sagte der FTI-Chef.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%