Anwalt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt
Aero-Lloyd-Schicksal nun in Gerhard Walters Hand

Ein vorläufiger Insolvenzverwalter für die Chartergesellschaft Aero Lloyd ist bestimmt worden, das Verfahren aber noch nicht eröffnet. Die Mitarbeiter demonstrierten unterdessen, damit die hessische Landesregierung die Firma am Leben erhält.

HB FRANKFURT/OBERURSEL. Der Frankfurter Rechtsanwalt Gerhard Walter ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter von Aero Lloyd bestellt worden. Das bestätigte eine Sprecherin des zuständigen das Amtsgericht Bad Homburg am Freitag. Walter werde zunächst prüfen, ob das Unternehmen über ausreichend Masse für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verfüge. Die Prüfung könne zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

Derweil wollen die Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft das drohende Aus ihres Unternehmens nicht kampflos hinnehmen. Am Freitag forderten rund 200 Mitarbeiter auf einer Kundgebung vor der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden Landeshilfe zur Rettung der Fluglinie. Für Montag wurden weitere Aktionen angekündigt.

Die Ferienfluggesellschaft mit 1400 Beschäftigten hatte am Donnerstag überraschend Insolvenz angemeldet, nachdem die Bayerische Landesbank als Mehrheitsgesellschafterin den Geldhahn zugedreht hatte. Die BayernLB hält einen Anteil von 66 % an Aero Lloyd. Tausende Urlauber blieben auf ihren Koffern sitzen und mussten mit Ersatzmaschinen fliegen. Vor den Toren der BayernLB wollen die Aero- Lloyd-Beschäftigten am kommenden Montag demonstrieren. Damit solle klar gemacht werden, dass das Cockpit-, Kabinen und Bodenpersonal das Feld nicht kampflos preisgeben werde, teilte die Vereinigung Cockpit mit.

Bei den Demonstrationen in Wiesbaden verwies ein Sprecher der Aero-Lloyd-Belegschaft auf die wirtschaftlichen Turbulenzen der Fluggesellschaft LTU in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte das Land Ende 2001 eine Bürgschaft übernommen und damit einen Kredit von rund 122 Mill. € ermöglicht. Dies könne man von Hessen auch erwarten, ist die Meinung in der Belegschaft. Schließlich liege der Großteil der Arbeitsplätze in Hessen. Die Demonstranten bezifferte den akuten Finanzierungsbedarf des Unternehmens auf gut 50 Mill. €. Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) hatte eine Landesbürgschaft ausgeschlossen und auf den Haupteigentümer Bayerische Landesbank verwiesen.

Die großen Reisekonzerne Tui und Thomas Cook wollen im Zusammenhang mit der Aero-Lloyd-Pleite gemeinsam das zentrale Krisenmanagement für die deutsche Tourismusindustrie übernehmen. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) habe sie darum gebeten, teilten die Konzerne in Hannover mit.

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