Arcandor
Ergo hält an Marke Karstadt-Quelle fest

Seit Ende 2008 gehören die Karstadt-Quelle Versicherungen nicht mehr zu Arcandor und sind damit nicht von der Krise des Konzerns betroffen. Trotz des Wirbels will die Versicherung an dem Namen festhalten. Dabei gibt es erste Nachfragen von besorgten Kunden.

FÜRTH/FRANKFURT. Trotz des Wirbels um den angeschlagenen Arcandor-Konzern, der Mutter von Karstadt und Quelle, wollen die Karstadt-Quelle Versicherungen ihren Namen behalten. Man werde nicht auf die Nutzung der Markenstärke der beiden Firmen verzichten, teilte die Versicherung am Montag in Fürth mit. Die Karstadt-Quelle Versicherungen gehören seit Ende 2008 zur Ergo-Versicherungsgruppe und sind mit dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor (vormals Karstadt-Quelle) nicht mehr verbunden. Die Versicherung sei daher nicht von der schwierigen wirtschaftlichen Lage von Arcandor betroffen.

"Natürlich gibt es jetzt einige Nachfragen von Kunden", sagte Unternehmenssprecher Frank Roth. Negative geschäftliche Auswirkungen spüre man bisher aber nicht. "Wir haben 20 Jahre von dem Namen profitiert, jetzt müssen wir auch mit der Krise umgehen." Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete die Versicherung den Angaben zufolge deutliches Wachstum und einen Jahresüberschuss von 17 Millionen Euro.

Bei seinem sozialen und gesellschaftlichen Engagement will das Unternehmen dem Versandhaus Quelle und der Familie Schickedanz verbunden bleiben, hieß es weiter. So seien die Karstadt-Quelle Versicherungen weiterhin einer der Hauptförderer der Madeleine-Schickedanz-Kinder-Krebsstiftung. Der Pool um die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ist Großaktionär von Arcandor.

Die Karstadt-Quelle Versicherungen gehören seit 2002 mehrheitlich und seit Ende 2008 vollständig zur Ergo Versicherungsgruppe, einer Tochter der Münchener Rück. Das Unternehmen mit 1 800 Mitarbeitern konzentriert sich auf den Direktvertrieb und hat über vier Mio. Kunden. 2008 erzielte es einen Jahresüberschuss von 17 Mio. Euro und verbuchte Prämien von mehr als einer Mrd. Euro. Wichtige Produkte sind Zahnzusatzversicherungen, Pflegetagegeldversicherungen, die Risikolebensversicherung sowie die Sterbegeldabsicherung. Schlanke Prozesse und eine schnelle Verarbeitung ermöglichen günstige Prämien.

Ergo hatte 2008 Prämieneinnahmen von 17,7 Mrd. Euro und ist damit der zweitgrößte deutsche Erstversicherer nach der Allianz. Karstadt-Quelle Versicherungen bringt zwar nur knapp sechs Prozent davon, doch das Unternehmen ist wichtig, weil es durch den Direktvertrieb über Telefon und Internet eine andere Kundengruppe bedient als andere Teile von Ergo, die hauptsächlich über Vertreter verkaufen. Insbesondere Menschen in der zweiten Lebenshälfte hat der Versicherer aus Fürth entdeckt. Über die Karstadt-Warenhäuser wird nichts vertrieben, das passt nicht in das Konzept des Direktversicherers. itt

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