Arcandor
Middelhoff: "Richtige Entscheidungen getroffen"

Thomas Middelhoff ist sich keiner Schuld bewusst. Der frühere Arcandor-Chef weist alle Vorwürfe gegen ihn wegen der Insolvenz des Handelskonzerns zurück und kommt zur Erkenntnis: Alle früheren Entscheidungen waren richtig. Arcandor ist für Middelhoff ein Opfer der Finanzkrise.

HB BERLIN. Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat alle gegen ihn im Zusammenhang mit der Insolvenz des Unternehmens erhobenen Vorwürfe zurück gewiesen. "Im Gegenteil: Viele Stimmen sagen, ohne mich wäre schon 2004 Schluss gewesen", sagte er der "Bild am Sonntag". Er habe 2004 Karstadt "kurz vor Toresschluss gerettet". Middelhoff, gegen den die Staatsanwaltschaft Essen wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, fügte hinzu: "Ich bin überzeugt davon, dass wir seit 2004 die richtigen Entscheidungen getroffen haben."

Arcandor sei Opfer der Finanzmarktkrise geworden: "Deswegen ist es ist es für mich völlig unverständlich, dass dem Unternehmen jede Unterstützung aus dem Deutschlandfonds versagt wurde." Arcandor hatte - wie auch die Töchter Karstadt und Quelle - am 9. Juni Insolvenzantrag gestellt.

Unterdessen atmeten die rund 8000 Beschäftigten des insolventen Versandhauses Quelle auf: Der für die Fortführung des Geschäfts so wichtige Hauptkatalog ist in Druck gegangen, obwohl erst bis Mitte der Woche über eine Bürgschaft zur Finanzierung der Druckkosten entschieden wird. Diesen Termin bestätigte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der "Bild am Sonntag".

Metro-Chef Eckhard Cordes mahnte eine schnelle Entscheidung über sein Angebot zur Übernahme der insolventen Karstadt- Handelskette an. Metro werde dies "nicht um jeden Preis machen", sagte Cordes dem "Spiegel". Durch das "Zaudern und Zögern" bei Arcandor werde den Mitarbeitern die Chance auf einen Arbeitsplatz genommen. "Verlierer wären einzig und allein die Mitarbeiter von Karstadt". Cordes will Filialen der zur Metro gehörenden Kaufhof und von Karstadt zur Deutschen Warenhaus AG verschmelzen.

Warum die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittele, wisse er nicht, sagte Middelhoff im Interview der "Bild am Sonntag". Er bestätigte, dass er und seine Frau Anteile an einem Immobilienfonds erworben haben, der Vermieter von Karstadt-Filialen ist. Bereits vor seiner Zeit bei Karstadt seien in den Jahren 2000 und 2001 fünf der damals 200 Karstadt-Filialen an den Immobilienentwickler Josef Esch verkauft worden, der sie in geschlossenen Immobilienfonds zusammengefasst habe. "Wir haben einen niedrigen einstelligen Prozentsatz an diesen Fonds gezeichnet", sagte Middelhoff.

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