Auch größere Städte im Visier
Erster Aldi-Markt in der Schweiz öffnet diesen Monat

Der deutsche Discounter Aldi hat jetzt offiziell bestätigt, dass er am 27. Oktober in der Schweiz seine ersten Filialen eröffnet. Wie bereits im Handelsblatt berichtet, sollen dann in kurzer Folge bis zum Jahreswechsel weitere Läden entstehen, so dass bereits in diesem Jahr bis zu zehn Filialen für die Kunden zur Verfügung stehen.

oli ZÜRICH. Der Markteintritt in der Schweiz ist für Deutsche und Schweizer gleichermaßen ein Experiment: Aldi-Süd hat mit hohen Marktzutrittshürden zu kämpfen. Vor allem Zoll- und Verpackungsvorschriften machen es dem deutschen Discounter unmöglich, seine Waren zu ähnlich günstigen Preisen wie im Heimatland anzubieten. Dennoch gilt die Schweiz wegen der vergleichsweise hohen Kaufkraft ihrer Einwohner als attraktiv für den Einzelhandel. Die Margen liegen deutlich über dem, was in der EU im Lebensmittelhandel verdient wird.

Der Schweizer Einzelhandel seinerseits beobachtet den Markteintritt deswegen alles andere als gelassen: In dem kleinen Land teilen sich drei Einzelhandelketten mehr als 80 Prozent des Marktes und diktieren die Preise. Ein Discounter vom Schlage Aldis ist nicht darunter. Allein die Ankündigung Aldis vor mehr als einem Jahr, in die Schweiz zu kommen, hat bereits zu einem erbitterten Preiskampf der großen Drei geführt: Migros, Coop und Denner haben durch den Ausbau ihrer Eigenmarken das Preisniveau um etwa zehn Prozent gesenkt.

Aldi wird Ende Oktober zunächst vier Märkte in Betrieb nehmen, in denen je zwölf Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Deutschen treten in der Schweiz mit einem Vollsortiment aus 700 Produkten für den täglichen Bedarf an. Dabei greift Aldi auch auf Schweizer Lieferanten zurück. In den vergangenen Monaten hatte der Discounter zunächst Mühe gehabt, Lieferanten zu finden: Die Qualität war nicht immer wie gewünscht, hieß es von deutscher Seite. Außerdem versuchten die eingesessenen Händler, mögliche Lieferanten zum Aldi-Boykott zu bewegen.

Noch sei Aldi in der Schweiz ein kleiner Anbieter, sagt Aldi-Sprecher Sven Bradke. Der Detailhändler wolle aber seine Präsenz ausbauen und habe auch größere Städte im Visier. Ein Verteilzentrum in der Ostschweiz ist bereits aufgebaut. Zum Umsatzrenner im Aldi-Süd-Konzern werden die Märkte in der Schweiz mit ihren sieben Millionen Einwohnern jedoch kaum taugen. Eher sei daran gedacht, neue Konzepte in der Schweiz auszuprobieren, heißt es aus der Schweizer Aldi-Zentrale.

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