Auktionshäuser
Christie’s kündigt Stellenabbau an

Christie?s International wird im Januar umstrukturiert. Bereits Anfang Dezember stellte Christie?s eine Überprüfung der Strategie in Aussicht. Auslöser waren die Ergebnisse der Herbstauktion im Zeichen der Wirtschaftskrise.

HB LONDON. Auf Nachfrage von Bloomberg gab Christie?s keine Auskunft zu Spekulationen im Internet, Eigentümer Francois Pinault erwäge einen Verkauf. Pinault hatte Christie?s im Mai 1998 für 1,2 Mrd. Dollar (856 Mio. Euro) über seine Beteiligungsgesellschaft Artemis SA erworben.

Erste Stellenstreichungen sind bereits erfolgt. In den Abteilungen für Wein, Bücher und Jagdwaffen wurden Einsparungen vorgenommen, fünf Mitarbeiter haben in der Zwischenzeit das Unternehmen verlassen. Im Londoner Weihnachtsverkauf bei Christie?s und beim Wettbewerber Bonham?s sind sowohl die Preise als auch die Umsätze rückläufig. Auch beim New Yorker Konkurrenten Sotheby?s hat der Aufsichtsrat Anfang Dezember ein Sparprogramm im Umfang von sieben Mio. Dollar (fünf Mio. Euro) beschlossen.

Weitere Änderungen in der Branche zeichnen sich ab. Christie?s, Sotheby?s und das Auktionshaus Phillips de haben angekündigt, keine Preisgarantien mehr zu gewähren. Im Zuge einer solchen Vereinbarung gewähren Auktionshäuser dem Einlieferer einen Fixpreis unabhängig vom erzielten Auktionspreis. Die Zahl rückläufiger Lose stieg bei den letzten Auktionen stark.

Während bei der Dezember-Auktion britischer Kunst aus dem 20. Jahrhundert bei Christie?s vor einem Jahr 81 Prozent der Lose zugeschlagen wurden, waren es am 12. Dezember noch 57 Prozent. Noch schlechter war das Ergebnis bei Bonham?s am 14. Dezember, wo lediglich 23 Prozent der Werke ihren Besitzer wechselten. "Die Auktionatoren sind nervös. Man sieht es an ihren Gesichtern", sagte Offer Waterman, ein Londoner Kunsthändler mit Schwerpunkt auf Werken des 20. Jahrhunderts.

Auf Nachfrage von Bloomberg ließ Bonham?s offen, ob Kosteneinsparungen geplant seien. Lediglich Phillips de will derzeit wachsen, wie das Unternehmen am 16. Dezember mitteilte. Seit Anfang Oktober ist die Nobelhandelskette Mercury Group aus Moskau mehrheitlich an Phillips de Pury beteiligt. Mercury betreibt unter anderem das Nobelkaufhaus Tsum in der Nähe des Roten Platzes.

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