Ausbau des Expressgeschäfts
Paketdienst GLS geht in die Luft

Der Paketdienst General Logistics Systems (GLS), eine Tochter des britischen Postkonzerns Royal Mail, steigt in das Expressgeschäft per Flugzeug ein und will die Branchenriesen DHL, UPS und TNT mit Kampfpreisen angreifen. Dazu gründet GLS-Chef Rico Back eine eigene Fluggesellschaft.

DÜSSELDORF. „Im Oktober geht GLS Air in Kassel an den Start“, sagte Back dem Handelsblatt und kündigte gleichzeitig an: „Wir werden 30 bis 40 Prozent günstiger sein als die Konkurrenten.“ Back will einen „mittelständischen Weg“ gehen und die Airline langsam aufbauen: Zunächst verbindet GLS Air die GLS-Paketzentren in Deutschland und Großbritannien mit zwei Maschinen. Das Unternehmen investiert dafür in diesem Jahr knapp zehn Mill. Euro. Schritt für Schritt will Back die Luftflotte der GLS Air auf 25 Flugzeuge erweitern, um alle Umschlagplätze in 17 europäischen Ländern miteinander zu verbinden.

GLS müsse auf den härter gewordenen Wettbewerb in der Paketbranche reagieren, sagt der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Back bleibe nichts anderes übrig, als den Einstieg in das Expressgeschäft zu wagen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Gleichzeitig baut GLS auch sein Vertriebsnetz aus. Die Zahl der Paketannahmestellen will Back bis Ende des Jahres allein in Deutschland um 1 200 auf 5 000 erhöhen.

Mit einem Marktanteil von acht Prozent liegt GLS gemeinsam mit UPS hinter Marktführer DHL (20 Prozent), der französischen La Poste mit dem DPD (12 Prozent) und der niederländischen TNT (11 Prozent) auf Rang vier der Paketdienste in Europa. Das Expressgeschäft in der Luft dominieren DHL und die US-Konzerne UPS und Fedex.

Der Preiskampf, den die Deutsche Post erst kürzlich im Paketgeschäft angezettelt hat, beunruhigt Back nicht. „Bisher haben wir nicht mitgemacht“, sagt er. Doch die Post hat GLS bereits große Kunden weggeschnappt. Back kann sich aber nur schwer vorstellen, dass die Post bei diesen Preisen Geld verdient.

Die Post arbeite in Deutschland profitabel, sagt dagegen ein DHL-Sprecher. Im reinen Paket- und Expressgeschäft, das die DHL Express Vertriebs- und Betriebs GmbHs abbilden, ging der Umsatz in einem wachsenden Markt aber um 0,7 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro zurück. Zugelegt hat das Stückgutgeschäft, so dass der Deutschland-Umsatz insgesamt um knapp 15 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro stieg. Um den Abwärtstrend im Paketgeschäft zu stoppen, hat die Post mit Claude Beglé einen Top-Manager vom Konkurrenten DPD abgeworben, der eine Reorganisation eingeleitet hat und auf aggressives Marketing setzt.

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