Auslandsexpansion
Fraport hat nicht nur Athener Flughafen im Visier

Fraport denkt in Sachen Wachstum im Ausland auch an andere Flughäfen als Athen. Brasilien, China und Spanien gehören zu den Märkten im Visier des Frankfurter Flughafenbetreibers. Dabei wächst der Konzern auch im Inland.
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FrankfurtBeim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stehen die Zeichen auf Wachstum. Neben einem neuen Terminalanbau auf Deutschlands größtem Airport will Fraport-Chef Stefan Schulte das Auslandsgeschäft ausbauen. Eine Gelegenheit dafür könnte sich bald mit dem Athener Flughafen bieten. "Falls der griechische Staat verkauft, haben wir als einer der größten Flughafenbetreiber weltweit natürlich Interesse", sagte Schulte am Freitag. Mehr könne erst gesagt werden, wenn die Details bekannt seien.

Der Athener Airport gehört zu 55 Prozent dem griechischen Staat. Daneben ist der Baukonzern Hochtief beteiligt, der den Flughafen auch betreibt. Der Euro-Schuldensünder Griechenland muss wohl bald Tafelsilber zu Geld machen, um auf weitere internationale Hilfe hoffen zu können. Die Regierung in Athen peilt Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro bis 2015 an.

Fraport will mit der Auslandsexpansion seine Abhängigkeit von den Geschäften auf dem Flughafen Frankfurt - dem drittgrößten in Europa - verringern. Interessant seien vor allem Airports, die nicht so gut liefen und die Fraport sanieren könne, sagte Schulte. Sein Unternehmen wisse sehr gut, wie ein Flughafen am besten zu managen sei und wolle diese Expertise einbringen.

"Wenn wir expandieren, dann wollen wir strategisch Einfluss nehmen", sagte er. Reine Finanzbeteiligungen machten deshalb keinen Sinn. Neben Athen habe Fraport derzeit noch Brasilien, China sowie die Flughäfen in Madrid und Barcelona, deren Konzessionen bald neu vergeben werden dürften, im Visier. Außerhalb Deutschlands macht Fraport ein Fünftel seines Jahresumsatzes von 2,2 Milliarden Euro. Die Börse zeigte sich von den Plänen angetan: Die MDax-Aktie stieg um 1,3 Prozent auf 55,76 Euro.

Auch zu Hause wächst Fraport. Mit einem Ausbau der Abfertigungsgebäude will Schulte das in den nächsten Jahren stark steigende Passagieraufkommen am Frankfurt Flughafen bewältigen. Erster Schritt sei ein neuer Flugsteig, auf dem ab Sommer 2012 jährlich sechs Millionen Gäste abfliegen und ankommen sollen. "Von der Kapazität her ist das ein Mal der Flughafen Hannover", sagte der Manager. Elf Flugzeuge - darunter auch die Großraumflieger A380 von Airbus - könnten an dem 600 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau andocken. Den Platz brauche der Flughafen dringend, da im Winter eine neue Landebahn hinzukomme und die Zahl der Fluggäste jährlich um vier bis sieben Prozent steigen dürfte - von 53 Millionen im Jahr 2010.

Willkommener Nebeneffekt sind 60 neue Läden und Restaurants, in denen die wartenden Passagiere viel Geld ausgeben sollen. Fraport verdient daran doppelt: Neben der Ladenmiete kassiert der Flughafen auch noch einen Teil der Umsätze, die die Handtaschenläden und Burger-Brater dort einfahren. Ein lohnendes Geschäft: Mit Vermietung und Verkauf macht Fraport lediglich 18 Prozent seines Umsatzes, aber gut 40 Prozent des Gewinns.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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