Bagatellvergehen
Brötchen gegessen – Job weg

Zahn Jahre war der Mann bei Edeka in Nordbayern beschäftigt. Dann hat er ein Brötchen gegessen. Diebstahl im Wert von 1,08 Euro. Das Unternehmen kündigte ihm. Nun geht es vor Gericht.

HB ROTTENDORF. Wie die Sprecherin sagte, hatte sich der Mitarbeiter am 14. Mai das Brötchen aus der Frisch-Theke des Marktes in Marktheidenfeld genommen und im Aufenthaltsraum gegessen. Mit dem Mann sei daraufhin ein Auflösungsvertrag vereinbart worden. Der Betriebsrat ist der Sprecherin zufolge über den Diebstahl informiert worden und war auch dabei, als mit dem Beschäftigten über den Vorfall gesprochen wurde.

Obwohl der Arbeiter zunächst den Auflösungsvertrag unterschrieben habe, habe er sich mittlerweile einen Rechtsanwalt genommen und gegen das Unternehmen geklagt, sagte die Sprecherin. Weitere Details wollte sie mit Blick auf das laufende Verfahren nicht sagen.

Jüngsten Gerichtsentscheidungen zufolge droht Beschäftigten auch bei Bagatellvergehen die Kündigung. So hatte eine Berliner Supermarkt-Kassiererin wegen zweier Pfandbons im Wert von 1,30 Euro nach 30 Jahren ihren Job verloren. In Friedrichshafen am Bodensee war einer Bäckereiverkäuferin gekündigt worden, weil 1,36 Euro in der Kasse fehlten.

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