Bahn-Chef und Stuttgart 21
Grube wirft den Grünen "Volksverdummung" vor

Harte Worte von Rüdiger Grube. Der Bahnchef wirft den Grünen „Volksverdummung und Wählerfängerei“ vor. Die Partei hätte vor der Landtagswahl gewusst, dass sie nicht aus den Verträgen zu „Stuttgart 21“ herauskomme.
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HamburgBahn-Chef Rüdiger Grube hat den Grünen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnprojekt „Stuttgart 21“ Wählertäuschung vorgeworfen. Der Partei, die in Baden-Württemberg den ersten grünen Regierungschef stellt, sei vor der Landtagswahl bekannt gewesen, dass sie nicht aus den vereinbarten Verträgen für den unterirdischen Bahnhof herauskomme, sagte Grube am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in Hamburg. „Alles andere, was sie gemacht haben, ist Volksverdummung und ist Wählerfängerei. Man hat nicht ehrlich mit den Wählern gesprochen“, kritisierte Grube.

Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann lehnen das Projekt ab. Ihr Regierungspartner SPD befürwortet es dagegen. Die Entscheidung soll eine Volksabstimmung im Oktober bringen. Bis zum 15. Juli muss die Bahn nach eigenen Angaben aus Fristgründen bereits ausgeschriebene Aufträge für Tunnelstrecken in Höhe von 750 Millionen Euro vergeben.

Außerdem will Grube will bei einer Verzögerung des Bauprojekts Stuttgart 21 die Gegner an den Kosten beteiligen. „Warum soll ich für Verspätungen zahlen, die ich nicht verursacht habe?“, sagte er. Grube betonte, er habe immer wieder „guten Willen“ gezeigt: Er habe der Schlichtung zugestimmt, den Stresstest ermöglicht und dem neuen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) zugesagt, mit ihm genauso gut zusammenarbeiten zu wollen wie mit der schwarz-gelben Vorgängerregierung. Keine andere Infrastrukturmaßnahme in Deutschland sei in dem Maße offengelegt worden wie Stuttgart 21.

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Kommentare zu " Bahn-Chef und Stuttgart 21: Grube wirft den Grünen "Volksverdummung" vor"

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  • Wenn Großprojekte sinnvoll sind, dann finden sie auch eine Mehrheit. Stuttgart 21 ist jedoch ein Milliarden-teurer unterirdische Flaschenhals - ein Rückbau der Bahninfrastruktur. Diesen Schildbürgerstreich darf man im Interesse der Bahnfahrer und Steuerzahler nicht zulassen. Das hat nichts mit persönlicher Betroffenheit wie bspw. bei einer Hochspannungsleitung zu tun. Im übrigen sind aber auch immer die Interessen der Betroffenen zu berücksichtigen. Wenn Sie plötzlich eine Hochspannungsleitung vor Ihrer Haustür hätten und Ihr Haus quasi unverkäuflich wird, wären Sie sicherlich auch stinksauer.

  • Ich finde es nur sehr schade das in Deutschland Grossprojekte sich immer ueber Jahrzehnte hinziehen muessen und das wir Deutschen uns Neuerungungen verschliessen oder Sie gar ablehnen. Oder es klappt tatsächlich einmal: Ein grossteil der Bevölkerung ist fuer die Windkraft, aber kaum jemand möchte dafuer Stromleitungen im Ort oder vor der Haustuer. Jeder denkt nur noch fuer sich und keiner denkt voraus...

  • "Keine andere Infrastrukturmaßnahme in Deutschland sei in dem Maße offengelegt worden wie Stuttgart 21." Eine dreiste Lüge des Herrn Grube - unreflektiert abgedruckt im Handelsblatt. Fakt ist, dass die Bahn viele Zahlen zurückhält, da deren Veröffentlichung das Aus für Stuttgart 21 bedeuten würde - bspw. die Aufstellung der Kostenrisiken von Hany Azer. Wer soll für diese Kostenrisiken haften? Der Steuerzahler, wie immer? Dann müssen die Zahlen auf den Tisch!!

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