Bahn-Gewerkschaft droht mit Streik
100 Euro für jeden Monat – sofort!

Die Deutsche Bahn steht vor dem nächsten Streik. Diesmal droht allerdings nicht die Lokführergewerkschaft GDL, sondern die größere EVG. Sie hat eine klare Forderung – und gibt der Bahn noch bis Freitag Zeit.
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BerlinDie Bahn-Gewerkschaft EVG hat der Deutschen Bahn ein Ultimatum gestellt und mit Warnstreiks gedroht. Sollte das Unternehmen nicht bis Freitag 16.00 Uhr der Forderung nach einer Abschlagszahlung in Höhe von 100 Euro monatlich für jeden Monat seit Auslaufen der Tarifverträge nachkommen, seien Warnstreiks nicht mehr zu verhindern, teilte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Dienstag in Fulda mit.

„Darüber werden wir nicht mehr diskutieren“, sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba nach einer Sitzung der Tarifkommission mit dem Bundesvorstand der Gewerkschaft.

Die Deutschen Bahn verurteilte das Vorgehen der EVG: „Ultimaten dieser Art sind völlig unangemessen und eine übertriebene Eskalation. Die DB hat zu jedem Zeitpunkt deutlich gemacht, dass wir zügig ein faires Ergebnis im Interesse der Mitarbeiter wollen“, sagte eine Bahnsprecherin. „Über die Tonlage können wir uns angesichts der aktuellen Verhandlungssituation und der zahlreichen vernünftigen und materiell guten Angebote nur wundern.“ Die Bahn habe Alternativen aufgezeigt, um zu einer Lösung zu kommen.

Die EVG dringt neben einer Lohnerhöhung um sechs Prozent für ihre 100.000 Mitglieder bei der Bahn auf eine Einmalzahlung für alle Mitarbeiter. Sie will damit die unteren Lohngruppen besser stellen und vor allem für den Dienstleistungszweig wie etwa Reinigungskräfte mehr erreichen.

Für in der EVG organisierten Lokführer waren die Tarifverträge im Juni 2014 ausgelaufen, sie würden 800 Euro von der Bahn erhalten, wenn sie auf die Forderung eingeht. Für die meisten anderen Beschäftigten der Deutschen Bahn im Juli und für Beschäftigte im Dienstleistungsbereich im November 2014.

Die sechste Verhandlungsrunde zwischen Konzern und Gewerkschaft war am Freitag ergebnislos beendet worden bei der Klärung für das abgelaufene Tarifjahr 2014. Die Bahn legte der EVG nach eigenen Angaben ein „deutlich verbessertes Angebot“ vor, das „keinerlei Anlass für Arbeitskämpfe“ biete.

Bislang hat die EVG in der aktuellen Tarifrunde noch nicht gestreikt, während die Lokführergewerkschaft GDL im vergangenen Jahr sechsmal den Schienenverkehr in Teilen lahmlegte. Die GDL hat für ihre Mitglieder die Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro akzeptiert und verhandelt mit der Bahn bereits über das Jahr 2015. Die Verhandlungen der Bahn mit den beiden Gewerkschaften laufen jeweils separat; die nächste Runde des Konzerns mit der GDL ist für Mittwoch geplant.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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