Baumarktkette Praktiker
Rabatte machen noch keinen Sommer

Die Rabatt-Werbung von Praktiker ist legendär. Doch „20 Prozent auf alles“ retten die angeschlagene Baumarktkette nicht über den langen Winter. Die Kunden ließen Gartenartikel liegen. Der Verlust der Kette steigt.
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KölnDer lange Winter hat der auf bessere Zeiten hoffenden Baumarktkette Praktiker einen Strich durch die Rechnung gemacht: Von schneller Erholung keine Spur – die Verluste fielen wegen des verspäteten Frühlingsanfangs zum Jahresauftakt noch größer aus als im ersten Quartal 2012. Praktiker-Chef Armin Burger nahm kein Blatt vor den Mund: „Es war - wie man in meiner österreichischen Wahlheimat sagt – grauslich“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz.

Gartenartikel und blühende Pflanzen, die sonst ab März in den Einkaufswagen der Kunden landen, lagen wie Blei in den Regalen. Selbst Preisabschläge und Werbung hätten den Verkauf nicht in Schwung bringen können, erläuterte Praktiker am Donnerstag. Der Umsatz im Konzern fiel um rund zehn Prozent auf 570 Millionen Euro. Operativ weitete sich der Fehlbetrag von Januar bis März auf 91,7 von 59,1 Millionen Euro aus. Unter dem Strich blieb ein überraschend hoher Fehlbetrag von 118 Millionen Euro nach 72 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Vorstand zeigte sich aber zuversichtlich für den Rest des Jahres, in dem der weitere Ausbau der profitablen Tochter Max Bahr zum Flaggschiff des Konzerns vorangetrieben werden soll. Trotz des schlechten Frühlingsauftakts gebe es keinen Grund, die Erwartungen zu ändern, sagte Burger. „Weil wir davon überzeugt sind, dass wir im zweiten Quartal einen Großteil dessen, was wir an Umsatz verloren haben, wieder aufholen können.“

Für 2013 hat Burger wegen des Umbaus weiter sinkende Erlöse angekündigt. Der Betriebsverlust soll aber eingedämmt werden. Für eine konkrete Prognose müsse das zweite Quartal abgewartet werden, sagte er am Donnerstag. 2012 verringerte Praktiker zwar den Verlust, am Ende des turbulenten Jahres fehlten aber immer noch 189 Millionen Euro.

Das Ringen um die Abwendung der Pleite hatte Lieferanten und Kunden verunsichert. Im Herbst hatte der von Kirkel im Saarland nach Hamburg umgezogene Konzern wesentliche Teile eines rettenden Finanzpakets unter Dach und Fach gebracht und mit dem Umbau begonnen, der 2014 wieder schwarze Zahlen bringen soll.

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