Bei Börsengang
Zalando-Gesellschafter wollen nicht aussteigen

Der geplante Börsengang von Zalando gibt Anlass zu Spekulationen. Der Finanzchef will ihnen ein Ende setzen: Die Gesellschafter würden sich nicht von Zalando trennen – und den Online-Händler zusammen größer machen.
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FrankfurtDie Eigentümer von Zalando wollen nach Angaben von Finanzchef Rubin Ritter den Börsengang des Online-Händlers nicht zu einem großangelegten Ausstieg nutzen. Es störe ihn, dass ein Gang an die Börse oft damit gleichgesetzt werde, dass die Gesellschafter Kasse machen wollten. „Das muss aber gar nicht der Fall sein. Ein IPO kann ja auch dazu dienen, Kapital für die Gesellschaft aufzunehmen, um diese auf eine neue Ebene zu bringen“, sagte Rubin Ritter der „Börsen-Zeitung“ (Dienstagausgabe). Management und Gesellschafter wollten den Aufbau von Zalando gemeinsam fortsetzen.

Das ist Finanzkreisen zufolge auch der Grund, weshalb der Börsengang von Europas größtem Internet-Händler kleiner ausfallen dürfte als von vielen Bankern erhofft. Kaum einer der Großaktionäre wolle dabei Zalando-Aktien verkaufen. Zugleich wollten sie ihre Anteile auch nicht durch eine große Kapitalerhöhung zu stark verwässern lassen. Deshalb soll zunächst nur ein kleiner Anteil – etwa 10 bis 15 Prozent an die Börse gebracht, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Das wäre ein Emissionsvolumen im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich. „Das wird auf jeden Fall weniger als eine Milliarde Euro schwer“, sagte ein Insider. „Aber endgültige Entscheidungen gibt es nicht.“

Zuletzt war Zalando insgesamt mit rund 3,8 Milliarden Euro bewertet worden. Viele Investmentbanker hatten darauf gehofft, dass Zalando der erste Milliarden-Börsengang dieses Jahres in Deutschland werden würde. Der größte Aktionär, der börsennotierte schwedische Finanzinvestor Kinnevik, hält 36,5 Prozent. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent nur noch der zweitgrößte Anteilseigner.

Weitere Miteigentümer sind der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures, Tengelmann und der kanadische Pensionsfonds OTPP. Dem Bericht der „Börsen-Zeitung“ zufolge will sich auch der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke an Zalando beteiligen, der seit kurzem im Aufsichtsrat des Online-Händlers sitzt.

Ritter wollte sich zum Zeitplan für den Börsengang nicht äußern. „Wir machen dann ein IPO, wenn wir glauben, dass es der richtige Schritt für Zalando ist, um Zalando auf eine neue Ebene zu bringen und weiter zu stärken.“ Finanzkreisen zufolge will das Unternehmen die Börsenpläne im September öffentlich machen, die Erstnotiz sei für Oktober geplant. Zalando wird von den Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs an die Börse begleitet, wie Reuters im Mai erfahren hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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