Bei Langstreckenflügen bis zu 600 Euro
Fluggäste erhalten höhere Entschädigungen

Vom kommenden Jahr haben EU-Fluggäste bei Überbuchungen oder Flugausfällen Ansprüche auf deutlich höhere Entschädigungen. Das hat die Europäische Union entschieden.

HB BRÜSSEL. Die EU-Außenminister beschlossen nach Angaben aus Sitzungskreisen am Montag in Brüssel eine entsprechende Verordnung, die bei Fluggesellschaften auf heftige Kritik stößt. Großbritannien und Irland stimmten den Angaben zufolge gegen die Regelung, Deutschland enthielt sich aus Sorge vor einer zu hohen Belastung der Fluglinien in Fällen höherer Gewalt. Von 2005 an sollen Fluggäste, die wegen Überbuchungen zurückgewiesen werden, bei Langstreckenflügen von mehr als 3 500 Kilometern eine Entschädigung von 600 Euro erhalten. Bei Flügen zwischen 1 500 und 3 500 Kilometern beträgt die Entschädigung 400 Euro, bei kürzeren Strecken 250 Euro.

Dieser Kompromiss zwischen EU-Ministerrat und EU-Parlament stand nach heftiger Kritik der Fluglinien zunächst wieder in Frage. Die Bundesregierung hatte kritisiert, dass Fluggesellschaften auch dann haften müssen, wenn sie kein Verschulden trifft. Dies bedeute besonders für kleinere Unternehmen große Risiken. Großbritannien und Irland kündigten bereits vergangene Woche Gegenstimmen an. Nachdem das zunächst ebenfalls skeptische Portugal aber von der EU-Kommission zur Zustimmung bewegt wurde, stand der Annahme der Verordnung nichts mehr im Wege.

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