Betriebsform hat ihren Zenit überschritten
Tankstellenshops verlieren erstmals Kunden

Die Krise im deutschen Einzelhandel erfasst überraschend eine Branche, die bis zuletzt noch ein stürmisches Wachstum erlebte: Hohe Benzinpreise, Tabaksteuer und Dosenpfand machen Mini-Supermärkten an Tankstellen zu schaffen.

DÜSSELDORF. Zum ersten Mal schwinden die Umsätze in den Tankstellenshops. 2,5 % betrug der Rückgang 2003, wie ein Betriebsvergleich der Saarbrückener Buchführungsgesellschaft Eurodata unter 4 500 Benzinverkäufern ergab. 2004 könnten die Erlöse weiter erodieren, fürchtet Sigrid Pook, Geschäftsführerin des Tankstellenverbandes BTG. „So etwas hatten wir noch nie“, sagt sie.

Der allgemeine Umsatzrückgang im Shop-Geschäft habe sich auch bei Shell niedergeschlagen, bestätigt ein Firmensprecher in Hamburg. Aral spricht von einem „sehr, sehr schwierigen Jahr“ mit stagnierenden Umsätzen.

Bislang galten die Minimärkte wegen ihrer guten Erreichbarkeit und langen Öffnungszeiten als wenig konjunkturanfällig. Hohe Preise und geringe Auswahl schreckten die Verbraucher nicht. Doch damit ist es vorerst vorbei. „Wenn sich die Pächter nicht bald etwas Neues einfallen lassen“, sagt Hansjürgen Heinick von der Kölner Unternehmensberatung BBE, „hat die Betriebsform ihren Zenit überschritten.“

Gründe für das abrupte Ende des Booms gibt es reichlich. Sogar die Automobilindustrie mit ihren spritsparenden Motoren sorgt dafür, dass den Tankstellen die Kunden ausblieben. Allein 2003 sank der Benzinverbrauch in Deutschland um 4,6 % – und damit auch die Zahl der spontanen Impulskäufer in den Tankstellenshops.

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