Betrugsskandal
Chronologie: Der Fall Heros

Der Heros-Betrugsskandal hat betroffene Unternehmen wie Rewe, Tengelmann oder die Deutsche Bank in Atem gehalten. Eine Chronologie der Geschehnisse zeigt wie Heros ins Visier der Ermittler geriet und wie die Ermittlungen bis heute fortgeschritten sind.

90er-Jahre: Heros expandiert, gewinnt mit Dumpingangeboten Kunden und Marktanteile. Das Geld der Kunden, das hin- und hergeschoben wird, speist diese Expansion.

2001: Heros gerät ins Visier der Ermittler. Das Bundeskriminalamt in Meckenheim (Foto) erhält Hinweise auf Unregelmäßigkeiten und Reisen der Hauptakteure nach Osteuropa und Afghanistan. Das BKA prüft, ob ein terroristischer Hintergrund besteht. Der ist nicht feststellbar, das BKA hält sich für nicht zuständig.

2002: Der Fall landet bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Die Ermittler geben sich mit den Angaben von Firmenchef Karl-Heinz Weis zufrieden, dass es keine Diebstähle gebe. Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen ein.

Mai 2005: Die Anzeige des Mannes einer früheren Heros-Mitarbeiterin in der Niederlassung Viersen bringt neue Ermittlungen ins Rollen.

2005: Heros expandiert weiter und sticht die Konkurrenz mit Dumpingpreisen aus. Zuletzt übernimmt Heros Ende 2005 die deutsche Wertransportsparte des schwedischen Securitas-Konzerns mit 1 700 Mitarbeitern. Angesichts der Niedrigpreise musste auch der europäische Marktführer aufgeben. Der Heros-Marktanteil in Deutschland wächst auf 50 Prozent.

Februar 2006: Die Fahnder machen eine Großrazzia in 25 Wohnungen und Firmen. Kurz darauf meldet die Heros-Gruppe Insolvenz an. Vier Manager, darunter Firmenchef Weis, werden verhaftet. Erste Schadensbilanz: 300 Millionen Euro. Die Geschädigten sind vor allem große Einzelhandelsketten wie Rewe und Edeka.

Mai 2006: Der US-Finanzinvestor Matlin Patterson übernimmt Heros für 13,45 Millionen Euro und führt es unter dem Namen SecurLog weiter.Von den ursprünglich 4 100 Heros-Mitarbeitern will die in Düsseldorf ansässige SecurLog 2 500 behalten.

Juni 2006: Die Finanzaufsicht (BaFin) sieht sich nicht in der Mitverantwortung. Die BaFin ist in die Kritik geraten, weil sie Jahre lang geduldet hat, dass Geldtransport-Firmen so genannte Finanztransfergeschäfte durchführen, ohne die nach dem Kreditwesengesetz nötige Genehmigung dafür zu haben.

Juli 2006: Der Insolvenzverwalter zieht Bilanz: Der Verlust beträgt 540 Millionen Euro. Dem stehen 140 Millionen Euro auf eingefrorenen Bundesbank-Konten gegenüber, die demnächst an die Eigentümer ausgezahlt werden.

Spätsommer 2006: Die Staatsanwaltschaft Hannover will die Anklage gegen die vier Hauptbeschuldigten vorlegen.

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