Billig-Airline
Norwegian mit Langstrecken-Problemen

Um ein sattes Viertel bricht der Gewinn von Europas drittgrößtem Billigflug-Anbieter Norwegian im ersten Quartal ein. Das Unternehmen hat immense Probleme mit seinem neuen Langstrecken-Angebot, dem ersten seiner Art.
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Oslo/FrankfurtStartprobleme beim neuen Langstrecken-Angebot und der harte Wettbewerb haben Europas drittgrößter Billig-Airline Norwegian das Quartal verhagelt. Der Betriebsgewinn sank im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni um ein Viertel auf 535 Millionen Kronen (64 Millionen Euro), wie das Unternehmen aus Oslo am Donnerstag mitteilte.

Belastend wirkten sich die Probleme mit dem Boeing-Prestigeflieger 787 - auch als Dreamliner bekannt - aus, an dem im Frühjahr Haarrisse an den Flügeln entdeckt worden waren. Da es zudem Lieferverzögerungen bei dem amerikanischen Flugzeugbauer gab, musste Norwegian kurzfristig teure Ersatzflugzeuge mieten. Zudem lasteten hohe Treibstoffpreise, ein Streik sowie die Kapazitätsoffensive der skandinavischen Tradtionsfluglinie SAS auf der Bilanz.

Anleger ergriffen daraufhin die Flucht: Die Titel von Norwegian rutschten an der Osloer Börse um sechs Prozent ab. Größer als die Norweger sind unter den europäischen Billigfliegern nur Ryanair und Easyjet.

Um gegenzusteuern verknappt Norwegian das Angebot an Flugkapazitäten. Die sollen nur noch um 35 Prozent steigen in diesem Jahr - geplant waren bislang 40 Prozent. Im Vergleich zu angestammten Fluggesellschaften wie der Lufthansa, die in guten Zeiten die Sitzplatzkapazitäten um einige wenige Prozente erweitern, ist das immer noch stürmisch.

Norwegian ist die einzige Fluglinie in Europa, die Interkontinental-Billigflüge anbietet. „Selbst Ryanair-Chef Michael O'Leary redet seit Jahren von der Idee, doch lässt die Umsetzung auf sich warten“, sagte Fondsmanager Michael Gierse von Union Investment. Interessant sei der Versuch von Norwegian, da die Airline dafür die vollkommen neu entwickelte Boeing 787 einsetze, die etwa ein Fünftel weniger Sprit verbraucht als ein herkömmliches Flugzeug. Das sei ein klarer Wettbewerbsvorteil, sagte er. Auch die Lufthansa spielt derzeit die Idee durch, auf der Langstrecke ein Billigangebot an den Start zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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