Boeing-Hoffnung
Der Dreamliner startet zum Jungfernflug

Der Traum kann starten, der Alptraum enden: Immer wieder wurde der erste Start des Dreamliner verschoben. Heute um 19 Uhr deutscher Zeit soll der Boeing 787, so der offizielle Name, endlich abheben. Das Wetter muss allerdings mitspielen.
  • 0

ebe/HB NEW YORK. Für den krisengeplagten Boeing-Hoffnungsträger 787 "Dreamliner" schlägt heute die Stunde der Wahrheit. Das um fast drei Jahre verspätete Langstreckenflugzeug soll erstmals abheben. Voraussetzung für den Jungfernflug sind allerdings günstige Wetterbedingungen. Günstig heißt für Boeing: Gute Sicht, maximal schwacher Wind und kein Wasser auf der Startbahn. Der Flug ist für 19 Uhr deutscher Zeit am Boeing-Werk in Everett bei Seattle angesetzt.

Beim "Dreamliner" setzt Boeing so stark wie bei keinem anderen bisherigen Flugzeug auf Kohlefaser statt dem üblichen Aluminium. Das macht die Maschine einerseits deutlich leichter und sparsamer - die 787 soll ein Fünftel weniger Treibstoff verbrauchen. Dieses Versprechen zog die Fluggesellschaften in Scharen an: Mit 865 Bestellungen ist der "Dreamliner" jetzt schon Boeings erfolgreichstes Flugzeug. Die neuartige Konstruktion sorgte aber auch für Produktionsprobleme und massive Verzögerungen. Das führte zu ersten Abbestellungen und Milliarden-Belastungen. Die zuständigen Boeing - Manager wurden ausgewechselt.

Die jüngsten Schwierigkeiten in der langen "Dreamliner"- Pannenserie betrafen die Verbindung von Rumpf und Tragflächen des High-Tech-Flugzeugs. Deshalb musste der Erstflug im Sommer um knapp ein halbes Jahr verschoben werden.

Die Airbus-Antwort auf den "Dreamliner", die A350, kommt ebenfalls später als zunächst geplant und soll nun 2013 in die Luft gehen. Der europäische Flugzeugbauer hat für die Maschine, die ebenfalls zu einem großen Teil aus Kohlefaser besteht, inzwischen bereits 505 Bestellungen.

Der "Dreamliner" absolvierte am Wochenende die letzten Tests am Boden. Er raste dabei unter anderem mit einer Geschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde über die Startbahn und hatte auch kurz den vorderen Teil in der Luft.

Nach einem erfolgreichen Erstflug steht ein ausführliches Testprogramm bevor, bei dem sich der "Dreamliner" in verschiedenen Weltteilen beweisen muss. Wenn die Flugtests erfolgreich sind, soll die 787 ab dem vierten Quartal 2010 an die Kunden ausgeliefert werden.

Für die letzten Tests und den Erstflug versammelten sich am Boeing-Werk zahlreiche Luftfahrt-Fans, die im Internet mit Bildern und Videos berichten.

Seite 1:

Der Dreamliner startet zum Jungfernflug

Seite 2:

Kommentare zu " Boeing-Hoffnung: Der Dreamliner startet zum Jungfernflug"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%