Bonner Konzern stellt sich auf Wettbewerb ein
Post baut weiter Stellen ab

Die Deutsche Post setzt ihren Sparkurs in Deutschland fort. Nach der Zusammenlegung der Paket- mit der Briefsparte fallen 800 bis 1 000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer, bestätigte ein Post-Sprecher dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Von den Stellenstreichungen seien vor allem Mitarbeiter im Back-Office-Bereich betroffen, also zum Beispiel in der Personalabteilung, im Controlling und in der IT. Keinem der betroffenen Mitarbeiter werde aber gekündigt, betonte der Sprecher. Der Personalabbau erfolge sozialverträglich, etwa durch Jobangebote innerhalb des Konzerns.

Gleichzeitig bekommen die nach Branchenschätzungen knapp 100 Subunternehmer der Post-Tochter DHL künftig bis zu 20 Prozent weniger für die Auslieferung von Paketen und Päckchen. Betroffen sind die Subunternehmer in den 880 Zustellbezirken, in denen die Post Dritte für die Auslieferung einsetzt. Zwei seien daraufhin abgesprungen und einem sei gekündigt worden, bestätigte ein Post-Sprecher. Zur Höhe der Einsparungen wollte er sich nicht äußern. Man habe aber mit den Partnern gemeinsam Sparmaßnahmen geprüft, etwa im Flottenmanagement. Sie erfolgten auch nicht auf dem Rücken der Zustellfahrer.

Indessen haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi 30 000 Beschäftigte der Post in Berlin für eine zeitgleiche Marktöffnung der Briefmärkte in der EU demonstriert. Sie forderten die Einführung eines Mindestlohns und verbindliche Sozialstandards als Bedingung für die Lizenzvergabe an Wettbewerber. Verdi zufolge bedroht eine vorschnelle Öffnung in Deutschland bis zu 32 000 Arbeitsplätze bei der Post. Das Briefmonopol läuft Ende des Jahres aus. Auf EU-Ebene wird dagegen 2009 angepeilt. Diskutiert werden aber noch Kompromisslösungen, die einzelnen Ländern, deren Postkonzerne noch nicht fit für den Wettbewerb sind, eine spätere Öffnung erlauben.

Die von Verdi und der Post geschürte Furcht um Arbeitsplätze kann der Paketdiensteverband BIEK nicht nachvollziehen. Die Wettbewerber der Post hätten seit 1997 über 46 000 Arbeitsplätze geschaffen. Im gleichen Zeitraum habe die Post mehr als 30 000 Arbeitsplätze abgebaut – und dies trotz Briefmonopols. Mehr Wettbewerb führe auch nicht zu Dumpinglöhnen. Der durchschnittliche Stundenlohn bei den Wettbewerbern der Post liege deutlich über dem von Verdi geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro. Zudem kontrolliere die Bundesnetzagentur deren Beschäftigungsbedingungen.

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