Brillenkäufe wurden 2003 vorgezogen
Fielmann erleidet durch Gesundheitsreform Gewinneinbruch

Europas größte Optikerkette hat wegen der Folgen der Gesundheitsreform auch im dritten Quartal deutliche Einbußen bei Umsatz und Vorsteuergewinn verbucht. Mit den Geschäftszahlen lag das im Nebenwerte-Index MDax notierte Unternehmen unter den Erwartungen der Analysten.

HB HAMBURG. Von Juli bis September habe sich der Vorsteuergewinn um 44 Prozent auf 14,7 Millionen von 26,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verringert, teilte Fielmann am Donnerstag in Hamburg mit. Bei einem um 20 Prozent auf 155,2 (Vorjahr: 195,1) Millionen Euro gesunkenen Umsatz sackte unter dem Strich der Reingewinn auf 9,2 Millionen Euro von 16,3 Millionen Euro ab. Für das Gesamtjahr bekräftigte Fielmann sein Ziel, den Vorsteuergewinn über 70 Millionen Euro zu halten. Verglichen mit 112 Millionen Euro im vergangenen Jahr wäre das ein Rückgang um mehr als einem Drittel.

„Auch in 2004, dem Jahr der Gesundheitsreform, werden wir unsere Marktanteile in Deutschland erhöhen: beim Absatz auf 52 Prozent, beim Umsatz auf 28 Prozent“, teilte Fielmann mit. Während die übrige Branche einen Umsatzrückgang um 30 Prozent verzeichnet habe, entwickele sich Fielmann deutlich besser. Von der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld der Veröffentlichung befragte Analysten hatten mit geringeren Rückgängen bei Umsatz, Vorsteuergewinn und Überschuss gerechnet. Bereits im ersten Halbjahr hatte Fielmann einen Rückgang seines Konzernumsatzes um acht Prozent auf 326 Millionen Euro hinnehmen müssen. Der Vorsteuergewinn war zugleich um 16 Prozent auf 38,2 Millionen Euro geschrumpft. Während die übrige augenoptische Branche im Jahr der Gesundheitsreform bei Absatz und Umsatz zweistellige Rückgänge verbuchte, hatte Fielmann eigenen Angaben zufolge bereits zur Jahresmitte seine Marktanteile ausgeweitet. Fielmann hatte 2003 davon profitiert, dass viele Kunden Brillenkäufe wegen der damals bevorstehenden Kürzungen von Krankenkassenleistungen vorzogen. Für das laufende Jahr hatte das Unternehmen deshalb bereits mit Geschäftseinbußen gerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%