Premium Bundeskartellamt und der Fall Tengelmann Wächter ohne Weitsicht

Das Kartellamt erschwert Fusionen, wie der Fall Edeka-Tengelmann zeigt. Viele Unternehmer geben den Kampf gegen die Behörde entnervt auf. Ihr Vorwurf: Die Wirtschaft agiere global, das Amt aber orientiere sich lokal.
Kritik am Vorgehen im Fall Edeka/Kaiser’s. Quelle: ullstein bild, Frank Beer/WirtschaftsWoche [M]
Bundeskartellamts-Chef Andreas Mundt

Kritik am Vorgehen im Fall Edeka/Kaiser’s.

Quelle: ullstein bild, Frank Beer/WirtschaftsWoche [M]

DüsseldorfLudwig Erhard war begeistert, als das Bundeskartellamt im Januar 1958 seine Arbeit aufnahm. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung, das die neue Behörde durchsetzen sollte, nannte der damalige Wirtschaftsminister „das Grundgesetz“ der Marktwirtschaft. Das Kartellamt sollte fortan sicherstellen, dass „wirtschaftliche Macht als ein möglicher Störfaktor des marktwirtschaftlichen Gleichgewichts“ beschränkt wird. Bei aller Bedeutung eines funktionierenden Wettbewerbs – gerade bei der Kontrolle von Firmenzusammenschlüssen hat sich das Amt von Präsident Andreas Mundt mehr und mehr zum Fusionsverhinderer entwickelt.

 
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