Cewe Hauptversammlung
Der Siegeszug des Fotobuchs

In Form von Büchern, Tapeten und Tassen erleben gedruckte Fotos eine Renaissance. Unternehmen wie Cewe profitieren nicht nur von Kameras in Smartphones, sondern auch von der Selbstdarstellung in den eigenen vier Wänden.
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DüsseldorfFür ein Fotobuch benötigte man früher drei Dinge: ein leeres Album, ausgedruckte Fotos und Kleber oder Fotoecken. Heutzutage reicht ein Internetzugang. Damit lassen sich digitale Bilder innerhalb weniger Minuten auf Webseiten hochladen, die aus den Fotos ein Hochglanzbuch mit persönlicher Note drucken.

Das Fotobuch ist nur ein Beispiel dafür, wie sich der Markt mit privaten Schnappschüssen in den vergangenen Jahren verändert hat. Längst lächelt das Lieblingshaustier oder Familienmitglieder von der Wohnzimmertapete, glänzt der Palmenstrand noch Wochen nach dem Urlaub auf der Tasse im Büro oder wird auf einen Sonnenschirm gedruckt. Und das Interesse an Fotoprodukten steigt.

Allein im vergangenen Jahr haben die Unternehmen 14 Prozent mehr durch Fotomehrwertprodukte, wie sie in der Fachsprache heißen, eingenommen. Der Photoindustrie-Verband sieht den Grund dafür in der wachsenden Vielfalt der Produkte. Früher sei es für einen Amateur kaum möglich gewesen, sein Foto auch nur als Poster drucken zu lassen, sagt Sprecherin Constanze Clauß. „Heutzutage können Sie Ihre Fotos nicht nur auf Sonnenschirme drucken lassen, sondern auch in Uhren oder auf Ringen einbinden“, so Clauß. Es gebe nahezu nichts, worauf man kein Foto aufbringen könne.

Trotz der Vielfalt bleibt ein Produkt allen anderen weit voraus: das Fotobuch. Seit 2009 hat sich die Menge der Fotobücher um rund die Hälfte gesteigert. 2013 verkaufte die Branche insgesamt 7,9 Millionen Stück. Der Durchschnittspreis für die Erinnerungsbücher: 32 Euro.

Der klare Marktführer in dem Bereich: Cewe. Das Oldenburger Unternehmen, das am Mittwoch seine Hauptversammlung veranstaltet, erstellt in Europa fast jedes vierte Fotobuch. Auch 2013 stieg die Zahl der produzierten Erinnerungshefte weiter: 5,8 Millionen Stück kamen in Deutschland aus dem Haus Cewe. 2013 stieg der Umsatz auf rund 529 Millionen Euro.

Auch die Verluste im ersten Quartal halten die Erfolgsgeschichte der Firma nicht auf. Die Monate Januar bis März gelten traditionell als die schwächsten des Jahres. Fotobücher werden eher zum Muttertag im Mai und insbesondere zu Weihnachten verschenkt. Cewe bleibt deshalb auch bei seiner Prognose für 2014 und rechnet derzeit mit einem Jahresüberschuss von drei Millionen Euro.

Der Erfolg ist auch deshalb so bemerkenswert, weil die Fotobücher nicht neu sind. Als Grund für den Boom des Marktes sieht Clauß die fortschreitende Technik. Zwar gibt es eigene Bilder im Internet schon länger, doch noch vor wenigen Jahren hätte es Stunden gebraucht, um auch nur ein Foto ins Netz zu laden. Wer heute sein Fotobuch bastelt, kann seine Bilder in wenigen Minuten online stellen.

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