Chaos in Mainz
Bahn-Vorstand Hess muss offenbar gehen

Seit Tagen fallen in Mainz wegen Personalmangels Züge aus. Sogar Verkehrsminister Ramsauer hatte sich wegen des Chaos' bereits eingeschaltet. Nun könnte das Debakel laut Medienberichten personelle Konsequenzen haben.
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MainzLaut Medienberichten hat das Verkehrschaos in Mainz nun offenbar noch drastischere Konsequenzen: Am Samstag meldete die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass der Vorstand Produktion der DB Netz AG, Hansjörg Hess, von seinen Aufgaben entbunden werden soll. Dies bestätigten gut informierte Kreise am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Der Bahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt kann in den Abend- und Nachtstunden nicht mehr angefahren werden, weil für das Stellwerk urlaubs- und krankheitsbedingt die Fahrdienstleiter fehlen. Ab Montag gelten solche Einschränkungen auch tagsüber.

Eine Unternehmenssprecherin wollte sich zu der Personalie nicht äußern. Man führe keine Personaldiskussionen über die Medien. Die Ablösung von Hess sei schon seit längerem geplant gewesen, die Ereignisse in Mainz hätten sie jedoch beschleunigt, berichtete die „Stuttgarter Zeitung“ am Samstag ergänzend. Hess ist seit Juni 2011 Vorstandsmitglied der Netz-Sparte.

Die Debatte um das Zug-Chaos in Mainz hatte sich im Laufe des Wochenendes immer weiter zugespitzt. Am Freitag hatte sich sogar Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingeschaltet. Von den 15 üblicherweise in Mainz arbeitenden Mitarbeitern der Deutschen Bahn seien derzeit fünf erkrankt und drei im Urlaub, berichtet die „Bild am Sonntag“ in ihrer jüngsten Ausgabe. Das führte zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr.

Wegen der andauernden Zugausfälle und Personalmangels telefonierte Ramsauer am Freitag mit Bahnchef Rüdiger Grube. Beide schätzten das Problem gleich ein, hieß es in Ministeriumskreisen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Situation in Mainz ein Einzelfall bleibe.

Am Sonntag teilte die Bahn mit, dass das Unternehmen versuche, die drei Mainzer Fahrdienstleiter zurückzuholen, die im Urlaub sind. „Wir können das aber nicht erzwingen“, sagte eine Bahn-Sprecherin.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring, zugleich Mitglied des Bahn-Aufsichtsrates, hatte zuvor laut Informationen der „Bild am Sonntag“ gefordert, die urlaubenden Mitarbeiter „auf Kostenerstattung der Bahn“ zurückzurufen und zur Arbeit zu verpflichten. „Die Bahn lebt auch vom Teamgeist der Eisenbahner“, sagte Döring. „In Mainz müssen die Züge wieder rollen.“ Der Ruf der Bahn stehe auf dem Spiel.

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, wies die Forderung nach Urlaubsverkürzung unterdessen zurück. „Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen ihren Erholungsurlaub dringend“, erklärte Kirchner am Sonntag. Die Deutsche Bahn wisse schon „seit langem, dass es Personalengpässe gibt“, fügte Kirchner hinzu. „Jetzt den Kollegen den schwarzen Peter zuzuschieben, die ihren Erholungsurlaub dringend brauchen, ist einfach nur schäbig.“

Hintergrund der Personalknappheit sind auch Überalterung und Nachwuchsmangel. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG bemängelt, das Problem sei seit Jahren bekannt. Es fehlten in den Stellwerken bundesweit rund 1000 Fahrdienstleiter. Die Bahn habe zwar versucht gegenzusteuern. Aber dies reiche nicht aus, um den massiven Personalabbau der vergangene Jahre auszugleichen, sagte EVG-Vorstandsmitglied Reiner Bieck am Samstag im RBB. Dem „Spiegel“ zufolge werden knapp 3000 Weichen-Schaltzentralen der Bahn noch weitgehend mechanisch betrieben. Nur 415 Stellwerke würden computergesteuert. Die Bahn wies die Vorwürfe zurück. Eine Bahn-Sprecherin sagte zwar, ältere Stellwerke seien grundsätzlich personalintensiver. Sie betonte aber: „Das ist ein regionales Problem in Mainz.“ Es sei durch Personalengpass bedingt.

Bereits seit dem vergangenen Wochenende fallen regelmäßig Züge am Hauptbahnhof in Mainz aus, der Regionalverkehr läuft abends und nachts nur eingeschränkt. Vom Fernverkehr ist der Hauptbahnhof in dieser Zeit komplett abgeschnitten. Von Montag an sollen auch wochentags zu den Hauptverkehrszeiten viele Züge im Regionalverkehr ausfallen, wie die Bahn mitteilte. Zahlreiche Fernverkehrszüge würden außerdem umgeleitet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was soll das denn,bei Dir sind jetzt die Beschäftigten schuld?Angestellte mit gesicherter Existenz??Träum weiter.Hab das selber Jahre lang erleben"dürfen"Deine gesicherte Existenz.Tausch doch mal mit denen,Seit Jahren Schichtarbeit,Wochenendarbeit,Nachtdienst,Feiertags und selbst Weihnachten/Silvester arbeiten.Ein danke schön bekommst Du von keinen,vergiß es.Irgendwann beschließt man dann das Dein Arbeitsstandort der Rationalisierung zum opfer fällt.Oh nein Du wirst nicht entlassen,Du wirst verkaufft!!Neuer Arbeitsplatz in anderer Region,also Umziehen,aber was ist wenn Dein Partner arbeit hat und vielleicht noch ein Haus da ist??Das juckt die nicht garantiert.Aber wo es jetzt mal ganz dicke kommt sollen die Ihren Urlaub abbrechen???Für die Bahn??Die dann nächsten Monat sagt danke schön,aber wir benötigen Sie hier nicht mehr??Ich hab was gelesen von den Döring von der FDP,Teamgeist???Hat der jemals eine Nachtdienst gemacht??Zur arbeit verpflichten??Sag ich doch,Sklaverei.Den Teamgeist lieber Herr Döring gab es mal bei der Bahn und da wäre soetwas wie in Mainz auch nicht pasiert,aber den wollte man bei der Bahn garnicht mehr haben,das hat der gute,alte Hartmut(Mehdorn)doch tatsächlich geschafft!!Nicht viel aber wenigstens was!!Selber Schuld DBAG sag ich nur.Ich fahr dann mal Auto

  • Dieser Bahnhof ist ein Subunternehmen der Bahn. Wie so viele Subunternehmen die immer mehr und mehr Gewinne realisieren wollen und dabei immer weniger Arbeiter Mehrarbeit leisten müssen. Das dies Fachkräfte dann Born-Out, Herz-Kreislauf-Probleme oder psychisch erkranken ist eigentlich vorhersehbar. Da braucht man kein Hellseher zu sein. Schuld ist das Management, das völlig überzogene Gewinnvorgaben festlegt ohne Rücksicht auf Verlusste. Würden die Gesetzlichen Vorgaben der Arbeits- u. Ruhezeiten eingehalten (ohne Grauzone)könnten heute noch Züge fahren. Selber Schuld.

  • Dieser Laden ist schlechter geführt als das Getränkebüdchen von Lieschen Müller am Ortsausgang von Klein Kleckersdorf. Es ist eine Schande, dass ein solcher Konzern, der sich als Global Player versteht, selbst einfachste Probleme nicht mehr beherrscht. Weder Politik noch Unternehmen wissen, was jetzt zu tun ist. Und solch eine Elite führt dieses Land. Grausame Realität.

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