„Das Rettungspaket ist ein Unglück“
Sixt sieht sich als Gewinner der Finanzkrise

Der Mietwagenunternehmer Erich Sixt sieht sein Unternehmen als Profiteur der Finanzkrise. "Zuerst einmal scheiden jetzt Konkurrenten aus, die schlechter aufgestellt sind als wir.", sagte der 64-jährige Unternehmer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

MÜNCHEN. Auf einer Veranstaltung des neuen Anlegerportals Stockflock in München erwartete das Publikum gespannt den Auftritt der Unternehmerlegende Erich Sixt. Der mehrfach preisgekrönte Firmenlenker überraschte seine Zuhörer damit, dass er die momentane Krisensituation nicht nur negativ einschätzt. „Jede Krise bietet natürlich auch Chancen“, sagte der 64-jährige Mietwagenkönig. Für sein Unternehmen bedeute dies, dass Geschäftsleute jetzt besonders scharf nachrechnen und dann möglicherweise lieber günstig ein Auto mieten, anstatt mit dem Flugzeug zu fliegen.

Das könnte dazu führen, dass schlechter aufgestellte Konkurrenten ausscheiden. „Mieten und leasen gehört die Zukunft“, ist sich der Autovermieter sicher. Auch die Unternehmen dächten mehr und mehr darüber nach, ob sie sich noch einen eigenen Fuhrpark leisten wollten.

Über das staatliche Rettungspaket für die von der Finanzkrise gebeutelten Banken äußerte Sixt sich kritisch. Während dieses von vielen Seiten bejubelt wurde, bezweifelte Sixt dessen positive Wirkung. „Dieses Rettungspaket der Bundesregierung ist ein Unglück“, sagte der Mietwagenunternehmer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Damit beginne ein Spiel, wer als erster die Hilfe in Anspruch nimmt. „Die Banker-Gehälter zu deckeln, ist sinnloser Populismus.“ Das helfe nach Sixts Ansicht nicht weiter.

Der Vorzeigeunternehmer ließ keinen Zweifel daran, dass er auch in schwierigen Zeiten nicht den Kopf in den Sand stecken wird. Chefs würden ja nicht fürs Schönwetter-Geschäft bezahlt, sondern müssten sich vor allem in stürmischen Zeiten bewähren. „Mir persönlich macht das Spaß“, sagte der 64-jährige.

Sixt sieht ein Problem darin, dass angesichts der Krise von vielen Seiten die Rezession herbeigeredet wird. Deshalb könne sie vermutlich auch tatsächlich kommen. „Wie gesagt vermutlich, sicher kann das noch keiner sagen“, sagt er

Sixt meint, dass man die Banken dazu hätte zwingen sollen, alle Risiken schonungslos offen zu legen. „Wir wissen ja noch gar nicht, ob irgendwo noch Leichen im Keller liegen.“ Marode Banken müssten vom Markt verschwinden, „andere Unternehmen lässt man ja auch pleite gehen.“

Angesichts der aktuellen Diskussion über die Bilanzregeln sprach sich Sixt für das im deutschen Handelsrecht verankerte Vorsichtsprinzip aus. Der Grundsatz, nicht über die Anschaffungskosten hinauszugehen, habe sich seit langem bewährt.

Für die Regierung hatte Sixt allerdings nicht nur Kritik übrig. In der Krise sei es wichtig, den Menschen die Angst zu nehmen. „Von daher war die Garantie von Frau Merkel für die Spareinlagen richtig.“ Seine Credo laute aber dennoch: So wenig Staat wie möglich.

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