Das weltgrößte Möbelhaus wächst trotz Branchenkrise
Ikea erhöht Preise um drei Prozent

Vor wenigen Wochen hatten Millionen Deutsche den neuen Ikea-Katalog im Briefkasten. Was dem geübten Einkäufer bereits auffiel, hat das schwedische Unternehmen jetzt offiziell bestätigt: Die Preise sind gestiegen. So reagieren die Schweden auf die Konsumunlust der Deutschen.

HB DÜSSELDORF. Auch das größte Möbelhaus der Welt kann sich der allgemeinen Konsumzurückhaltung hierzulande nicht entziehen. Die Kunden geben wegen sinkender Einkommen, steigender Energiekosten und Lebensmittelpreise weniger Geld für neue Möbel aus. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Möbelmarkt weiter wachsen wird“, sagte Petra Hesser, die Geschäftsführerin von Ikea Deutschland. Das Wachstum werde sich in Deutschland deutlich abschwächen.

Ikea reagiert auf den Trend mit einer unbeliebten Maßnahme: Nachdem die Preise im vergangenen Jahr stabil geblieben sind, hat das Möbelhaus sie im aktuellen Katalog im Schnitt um rund drei Prozent erhöht, sagte Petra Hesser. An Rabattschlachten wolle sich Ikea weiterhin nicht beteiligen.

Das Ende August abgelaufene Geschäftsjahr verlief zwar besser als bei vielen Konkurrenten, ist gemessen an früheren Jahren für Ikea aber eher enttäuschend: Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Ohne die Eröffnung zweier neuer Häuser hätte es laut Ikea gar kein Umsatzwachstum gegeben. Ein Jahr zuvor war das schwedische Unternehmen in Deutschland noch um acht Prozent gewachsen. Bisher hatte Ikea nur 2002 ein Umsatzminus verzeichnet.

Zum Gewinn macht Ikea wie üblich keine Angaben. „Ich bin zufrieden“, sagte Hesser. 100 Millionen Menschen besuchten 2007/08 eines der 43 Einrichtungshäuser, zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Kunden ging um 1,3 Prozent auf 46 Millionen zurück. Sie gaben aber etwas mehr in den Möbelhäusern aus: Die durchschnittliche Summe auf den Kassenbons sei um gut zwei Euro auf 68 Euro gestiegen, sagte Hesser. Weltweit steigerte der schwedische Möbelriese den Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um sieben Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. Deutschland macht mit 15 Prozent weiter das größte Stück des Kuchens aus, gefolgt von den USA und Frankreich mit je zehn Prozent. Wachstumspotenzial sieht Hesser für IKEA in Asien. Der Konzern beschäftigt weltweit 127.800 Mitarbeiter, davon 13.605 in Deutschland.

Im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2009 wolle Ikea den Umsatz in seinem wichtigsten Markt mindestens stabil halten. Petra Hesser stellt klar: „Wir rechnen nicht mit einem Umsatzminus.“ Dafür geht Ikea einen Weg, den Handelsexperte Volker Dölle von Dölle Mangement Consulting begrüßt: „Ikea versucht, mit kreativerem Design neue Käufer in einem höheren Preissegment für sich zu begeistern.“

20 neue Einrichtungshäuser will die Möbelkette im laufenden Geschäftsjahr eröffnen, davon zwei in Deutschland. Laut Volker Dölle sei dies „genau die richtige Anzahl“. Schließlich bräuchten neue Standorte ihre Zeit, „bis sich die Kundenströme entwickeln“. Weiße Flecken auf der Deutschlandkarte sieht Hesser noch in Baden-Württemberg, Interesse bestehe aber auch an weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen.

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