Derivatebörse wirft CBOT und CME Behinderung vor
Terminbörse Eurex verklagt zwei US-Rivalen

Die deutsch-schweizerische Derivatebörse Eurex will sich bei ihrer Expansion in den USA mit Hilfe der Justiz gegen die Attacken amerikanischer Konkurrenten wehren. Bei einem US-Bundesgericht hat die Eurex jetzt eine Kartellklage gegen die beiden Terminbörsen Chicago Board of Trade (CBOT) und Chicago Mercantile Exchange (CME) eingereicht.

chp FRANKFURT/M. Beide versuchten mit illegalen Mitteln, den eigenen Markteintritt zu blockieren, teilte die zur Deutschen Börse gehörende Eurex mit. Die Eurex will Anfang 2004 in den USA mit einer eigenen Terminbörse an den Start gehen.

Konkret geht es bei der Klage um eine Beteiligung der Eurex an dem Clearinghaus The Clearing Cooperation (TCC). Die TCC soll die Abwicklung der Geschäfte für die Eurex übernehmen. Im Zuge der Partnerschaft will sich die Eurex mit 15 % an der TCC beteiligen. Nun wirft Eurex den beiden US-Rivalen vor, sie hätten den TCC-Anteilseignern finanzielle Anreize von über 100 Mill. Dollar geboten, wenn sie gegen die anstehende Restrukturierung der TCC und damit gegen den Einstieg der Eurex stimmten.

Die entscheidende Abstimmung der 87 Eigner der TCC ist für den 23. Oktober vorgesehen. Die Eurex will 15 % der TCC für 15 Mill. Dollar übernehmen. Sollten sich die TCC-Mitglieder gegen die Restrukturierung aussprechen, droht der TCC nach Angaben von Vorstandschef Dennis Dutterer die Liquidation. Schlimmstenfalls stünde die Eurex dann ohne Clearinghaus in den USA da.

Probleme drohen möglicherweise auch auf anderer Ebene. Am 16. Oktober wird ein Unterausschuss des Repräsentantenhauses im Zuge einer Anhörung über den Antrag der Eurex auf eine Börsenlizenz entscheiden. Dies gilt als ungewöhnliches Verfahren. Normalerweise entscheidet in solchen Fällen allein die Aufsichtsbehörde CFTC.

Aber CBOT und CME haben offenbar erfolgreich Lobby-Arbeit betreiben. Sie argumentieren, dass die US-Aufseher womöglich ihrer Kontrollfunktion nicht gerecht werden könnten, wenn eine Börse in ausländischem Besitz sei. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Eurex ihr US-Geschäft mit Gewinnen in Europa subventioniere. Experten messen der Eurex in den USA gute Marktchancen bei. Schon jetzt ist sie die größte Terminbörse der Welt.

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