Deutliches Wachstum
Drogeriemarktkette dm strotzt vor Kraft

Deutsche Konsumenten stürmen die Filialen von dm. Der Shampoo- und Zahnpastahändler wächst in rasantem Tempo und so soll es weiter gehen. Drei neue Filialen pro Woche plant das Unternehmen allein in Deutschland.
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Karlsruhe/DüsseldorfDie Drogeriemarktkette dm wächst in rasantem Tempo. Nach der Pleite des Konkurrenten Schlecker vor etwas mehr als anderthalb Jahren legt dm im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis 30. September) einen Wachstumssprung hin. Der Umsatz habe um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zugelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zum Gewinn äußerten sich die Karlsruher nicht.

Seit der Schlecker-Insolvenz ist dm deutscher Branchenprimus im Drogeriegeschäft. Das Wachstum in Deutschland war mit 14,3 Prozent auf 5,84 Milliarden Euro sogar noch stärker als im gesamten Unternehmen. Das ist zum Teil auf neue Filialen zurückzuführen, aber auch die bestehenden Geschäfte legten um 7,5 Prozent zu.

Kunden setzten auf kompetente Beratung und würden mehr Fachmarktzentren aufsuchen, erklärte Firmenchef Erich Harsch. Der „Schlecker-Effekt“ sei längst nicht so groß wie oft beschrieben. Ende September beschäftigte die Firma fast 50.000 Mitarbeiter in annähernd 2900 Filialen in zwölf europäischen Ländern.

Für das laufende Geschäftsjahr plant dm 150 neue Märkte und Investitionen von 230 Millionen Euro allein in Deutschland. Konzernweit will das Management 300 Millionen Euro ins dm-Netz stecken. Das Geld soll in neue Läden, die Neugestaltung von Filialen, den IT-Bereich und die neue Firmenzentrale in Karlsruhe fließen.

Allein für den Hauptsitz sind im kommenden Jahr 25 Millionen Euro eingeplant. 90 Millionen Euro werden insgesamt in den Neubau investiert, in dem in drei Jahren rund 1500 Menschen arbeiten sollen.

Das Unternehmen wolle den Wettbewerb im Markt für Drogerieprodukte „aktiv gestalten“, betonte Harsch. Große Wachstumsimpulse seien aber in keinem Sortiment zu erwarten. Durch den Geburtenrückgang in der Bevölkerung könne das Marktvolumen insgesamt sogar schrumpfen.

Die Karlsruher haben nach eigenen Angaben einen Marktanteil bei Drogeriewaren von mehr als 20 Prozent. Im März 2012 lagen sie noch bei 18,5 Prozent, gefolgt von Aldi mit knapp zwölf Prozent. Der Rivale Rossmann lag damals bei knapp elf Prozent.

In den vergangenen zwölf Monaten hat dm 135 neue Filialen in Deutschland eröffnet – mehr als zunächst geplant – und sein Netz damit auf 1480 Standorte erweitert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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