Die Umsätze von Handel und Ausrüstern steigen wie schon seit Jahren nicht mehr
Das Geschäft mit dem Ball läuft rund

Die Querelen um die Nationalmannschaft können die Fußballbegeisterung hier zu Lande nicht bremsen. Die Lieblingssportart der Deutschen ist wieder in. „Wir sind mit dem Fußballgeschäft extrem zufrieden“, sagte Thomas Kleinhenz, Deutschland-Chef des Sportartikel-Produzenten Puma, dem Handelsblatt. „Die Europameisterschaft (EM) hat einen riesigen Boom ausgelöst.“

HB MÜNCHEN.Davon profitiert die gesamte Sportbranche. Konkurrent Adidas meldete gestern ein Plus im Fußballgeschäft im Vergleich zum Vorjahr um satte 30 Prozent. Schon während der EM hatte der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt angekündigt, dieses Jahr neue Rekordumsätze mit Fußball-Equipment einzufahren.

Auch der Handel ist zufrieden, denn die EM hat den Läden volle Kassen beschert. „Wir haben bei echter Fußballausrüstung im ersten Halbjahr ein Plus von 20 Prozent“, freut sich Klaus Jost, Chef der größten deutschen Fachhandels-Kette Intersport. Unter „echter Fußballausrüstung“ versteht der Manager das klassische Equipment, bestehend aus Schuhen, Trikots, Hosen und Stutzen.

Die EM in Portugal ist aber nicht der einzige Grund für den Boom der Traditionssportart. Der Fußball wird immer modischer und gewinnt damit neue Kunden. Die Hersteller bringen deutlich mehr Farbvariationen ihrer Produkte in die Geschäfte, um Kinder und Jugendliche zu ködern. Wenn Stars wie Ronaldo oder David Beckham mit weißen oder goldenen Schuhen antreten, wird damit gezielt der Absatz angekurbelt.

Auf die modischen Trends im Fußball reagieren nach Josts Beobachtung vor allem in Deutschland lebende Südeuropäer. Während deutsche Kicker eher konservativ zu den schwarzen Schuhen mit den drei weißen Adidas-Streifen greifen, sind die Ausländer die Trendsetter. Doch das ist noch nicht alles. Vor allem straßentaugliche Fußballschuhe laufen diesen Sommer besonders gut. „Damit erreichen wir sogar junge Frauen zwischen 15 und 25“, freut sich Puma-Manager Kleinhenz.

Der Sporthandel kann sich über die Fußballeuphorie aber nur bedingt freuen; alles in allem gingen die Umsätze im ersten Halbjahr erneut zurück. Intersport-Chef Jost: „Der Boom im Fußball geht auf die Kosten anderer Sportarten.“ Vom gesamten, 7,5 Mrd. Euro schweren Sportartikelmarkt in Deutschland entfallen etwa fünf bis sechs Prozent auf Fußballartikel. Weil ein großer Teil der Ausrüstung inzwischen auch außerhalb der Sportplätze angezogen wird, ist die Abgrenzung aber schwierig.

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