Dortmunder Flughafenchef Mager
„Die Fast Lane ist Teil einer Qualitätsoffensive“

5 Euro für die Überholspur beim Sicherheitscheck: Mit dem Projekt ist Udo Mager bisher zufrieden. Der Dortmunder Flughafenchef plant neue Zusatzangebote – und sagt, warum sein Airport mehr ist als der Landeplatz des BVB.
  • 1

Herr Mager, am frühen Abend fliegt Wizz Air von Dortmund ins polnische Kattowitz. Wird die Warteschlange an der Sicherheitskontrolle sehr lang sein, sodass viele Passagiere 5 Euro für die „Fast Lane“ zahlen?
Parallel checken auch Passagiere für Faro, London und München ein. Wartezeiten lassen sich da nicht ausschließen. Es geht jedoch in erster Linie nicht um die Erlöse, sondern zunächst um Qualität und Service. Ein Zusatzangebot muss attraktiv sein, nur dann darf es Geld kosten. Die „Fast Lane“ ist Teil einer Qualitätsoffensive, mit der wir uns von typisch Low-Cost-geprägten Flughäfen in Deutschland und Europa unterscheidbar machen wollen.

Aber Geld wollen Sie mit der Überholspur trotzdem verdienen.
Wir wollen zunächst einmal ausprobieren, ob das bekannte Konzept Fast Lane auch in Dortmund funktioniert. Es ist ein Pilotprojekt mit einer Dortmunder IT-Firma – hat es Erfolg, könnte die Technik auch anderweitig zum Einsatz kommen. Bisher gibt es keinen Grund das Projekt abzublasen: In den ersten Tagen haben 200 Passagiere das Angebot genutzt. Später kann es einen Beitrag leisten, der hilft, Verbesserungen beim Ergebnis zu erzielen.

Sie planen weitere Zusatzangebote – was können Sie sich in Zukunft vorstellen?
Denkbar ist, für ausgewählte Fluggesellschaften einen Priority Check-in einzuführen. Außerdem wollen wir eine Business Lounge für Geschäftsreisende einrichten, mit einer Airport-Card würden die Passagiere Zugang erhalten sowie kostenfreies Wlan und reservierte Parkplätze direkt am Terminal. Darüber hinaus sollen sich Passagiere bald ihre Koffer in Folie einwickeln lassen können, Duty-Free-Einkäufe könnten nach Hause geliefert werden. Außerdem planen wir, Shuttle-Angebote auszubauen.

Neue Erlöse sind nur eine Seite der Medaille bei einem Jahresverlust von zuletzt mehr als 18 Millionen Euro. Wie wollen Sie die Kosten senken?
Wir wollen die Prozesskosten optimieren. Die sind vor allem dort hoch, wo viel Personal zum Einsatz kommt. So gibt es bereits seit langem eine Unterflur-Betankungsanlage, die den Einsatz von Tankwagen erübrigt. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickeln wir ein Zukunftskonzept, um in zehn Jahren ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen. Personalabbau ist jedoch kein Thema: Wir wollen unser Wachstum ohne Personalaufstockung bewältigen.

Die Konkurrenten Düsseldorf, Köln/Bonn aber auch Paderborn sind nicht weit weg. Wie wollen Sie den Flughafen Dortmund positionieren? Warum nennen Sie ihn nicht einfach in BVB-Flughafen um?
Dortmund wird ohnehin schon mit dem BVB in Verbindung gebracht und die Mannschaft nutzt ja auch unseren Flughafen. Doch der Dortmund Airport ist mehr als der BVB-Flughafen: Wir sind der Flughafen der Metropole Ruhr. Die EU-Kommission hat gerade erst im Beihilfeverfahren unser Finanzierungsmodell bestätigt und das auch damit begründet, dass der Flughafen für den Strukturwandel im Ruhrgebiet gebraucht wird und ihn nachhaltig unterstützt.

Herr Mager, vielen Dank für das Gespräch!

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Dortmunder Flughafenchef Mager: „Die Fast Lane ist Teil einer Qualitätsoffensive“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Herr hat vergessen die Quersubventionierung über die Dortmunder Stadtwerke zu erwähnen. Ob er das vergessen hat?

    'Am 2. Februar 2010 äußerte sich der Vorsitzende der Vorstände der in Dortmund ansässigen Versicherungsgruppe Signal-Iduna, Reinhold Schulte, öffentlich kritisch zum Flughafen Dortmund in den Medien Ruhr-Nachrichten[8] und WAZ.[9] Schulte würde den Flughafen sofort schließen. Er führte wirtschaftliche Gründe und mangelnde Attraktivität an. Auch kritisierte er die Quersubventionierung durch die Dortmunder Stadtwerke, ohne die Gas und Wasser billiger abgegeben werden könnten.'

    zu finden in Wikipedia:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Dortmund

    Das ist das allerletzte. Die hohen Gas- und Wasserpreise müssen auch Harz IV Empfänger mit finanzieren. Googeln sie mal nach 'ernergy poor'. Da fällt einem nichts mehr zu ein. Ist das widerlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%