Drei neue Mitglieder in der Star Alliance
Lufthansa verteuert Langstreckenflüge

Der hohe Ölpreis hat nun auch die Lufthansa zum Handeln gezwungen: Wer ab Juli nach Asien oder Amerika fliegen will, muss mehr für sein Ticket bezahlen. Die Preise für Interkontinentalflüge werden zum 1. Juli um 3 bis 5 Prozent erhöht. Gleichzeitig kann die Star Alliance, das Bündnis um die deutsche Airline, sein Streckennetz mit dem Beitritt dreier neuer Partner ausbauen.

HB FRANKFURT. Die Lufthansa folge mit der Preiserhöhung der jüngsten Empfehlung des Weltluftfahrtverbandes IATA, sagte Konzernsprecher Klaus Walther am Samstag. Die Preiserhöhung erfolge außerplanmäßig wegen des historischen Höchststandes beim Ölpreis. „Einen zusätzlichen Treibstoffaufschlag werden wir nicht einführen“, sagte Walther. „Für Flüge innerhalb Deutschlands und Europa bleiben die Tarife unverändert“, fügte er hinzu.

Die IATA (International Air Transport Association) habe im Vorfeld ihrer Jahrestagung an diesem Sonntag in Singapur wegen des hohen Ölpreises Preiserhöhungen von drei Prozent für Interkontinentalflüge aus Europa heraus und von fünf Prozent aus anderen Regionen heraus empfohlen. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber hatte unmittelbar vor der IATA–Jahrestagung in Singapur vor Journalisten noch erklärt, Lufthansa sehe vorerst keinen Anlass für einen Treibstoffzuschlag.

Nach IATA-Angaben hat sich der Kerosinpreis seit 2003 um 55 Prozent erhöht. Der Treibstoffanteil an den Gesamtkosten der Fluglinien sei mittlerweile auf 16 Prozent von durchschnittlich 10 Prozent gestiegen. Der Höhenflug des Ölpreises stellt nach Ansicht der Luftfahrtverkehrsindustrie die Erholung der angeschlagenen Branche weltweit in Frage. „Im vergangenen Jahr haben wir vier apokalyptische Reiter überstanden - SARS, den Irak-Krieg, den Terrorismus und die flaue Wirtschaft“, sagte der Vorsitzende des Weltverbandes der Fluggesellschaften IATA, Giovanni Bisignani, am Montag auf der Jahrestagung des Verbands in Singapur. „Aber der fünfte Reiter, der Ölpreis, könnte unsere monatlichen Kosten um bis zu einer Mrd. Dollar pro Monat steigen lassen und auch in diesem Jahr verhindern, dass wir zur Profitabilität zurückkehren.“

Die IATA hatte für die Branche ursprünglich einen Gewinn von insgesamt drei Mrd. Dollar in diesem Jahr vorausgesagt, nachdem sich die Verluste in den drei vorausgegangenen Jahren auf insgesamt 30 Mrd. Dollar summiert hatten. Bei dieser Prognose sei der Verband aber von einem Ölpreis von 30 Dollar pro Barrel ausgegangen, erläuterte Bisignani. Liege der Ölpreis im Jahresdurchschnitt bei 33 Dollar, bleibe lediglich eine schwarze Null. „Bei 36 Dollar müssen wir uns auf Verluste von insgesamt drei Mrd. Dollar einstellen.“ 2003 hatten die 276 Verbandsmitglieder, die für gut 98 % des internationalen Linienflugverkehrs stehen, einen Nettoverlust von insgesamt vier Mrd. Dollar eingeflogen.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichneten die Airlines nach IATA-Angaben ein deutliches Plus im internationalen Flugverkehr: Die Passagierzahlen stiegen im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres weltweit um 9,6 % und die Frachtraten um 10,1 %. Diese Zuwächse könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Branche weitere schmerzhafte Umstrukturierungen bevorstünden, warnte Bisignani.

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