Dritte Startbahn und Transrapid
Flughafen München drängt auf Ausbau

Der Flughafen München stößt an seine Kapazitätsgrenze. Nach einem erneuten Rekordjahr drängt Flughafenchef Michael Kerkloh auf den Bau einer dritten Startbahn im nächsten Jahr. Doch nicht nur gegen diesen Plan laufen die Umlandgemeinden Sturm.

MÜNCHEN. "Es gibt immer weniger Zeitfenster für die Wünsche der Airlines nach weiteren Start- und Landemöglichkeiten", sagte Michael Kerkloh in München. "Wir brauchen dringend die dritte Bahn."

Der Flughafenchef will bereits im kommenden Jahr mit dem Bau der neuen Piste beginnen, derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Mit dem Ausbau könnte ab 2011 die Zahl der Starts und Landungen von 90 auf 120 in der Stunde gesteigert werden. Doch vor allem die Umlandgemeinden laufen gegen den Plan des Flughafens Sturm.

Das gilt auch für das zweite Großprojekt, die Magnetschwebebahn Transrapid. Vor allem die Stadt München wehrt sich massiv gegen den Bau der auf 1,85 Mrd. Euro veranschlagten Trasse und fordert alternativ eine "Express-S-Bahn". Auch der Transrapid ist derzeit im Planfeststellungsverfahren, das in diesem Sommer abgeschlossen sein soll.

Mit rund 925 Millionen Euro trägt der Bund den Löwenanteil, knapp 500 Millionen Euro kommen vom Freistaat Bayern, der Rest wird vom Flughafen, der Bahn, Thyssen-Krupp und Siemens bezahlt. Sollte der Bau Ende dieses Jahres beginnen, würde spätestens 2013 die Fahrzeit zwischen Airport und Hauptbahnhof auf zehn Minuten sinken. Derzeit braucht die S -Bahn 43 Minuten.

Flughafenchef Kerkloh begründet seine Ausbauprojekte mit dem rasanten Wachstum. So ist die Passagierzahl 2007 um 10,4 Prozent auf 34 Millionen gestiegen. "Ohne die dritte Bahn ist aber bei 40 Millionen Passagieren Schluss", sagt Kerkloh. Die knapper werdenden Kapazitäten dürften schon in diesem Jahr das Wachstum bremsen. Der Flughafen rechnet für 2008 mit einem Zuwachs von nur noch fünf Prozent.

Damit würde München aber immer noch schneller wachsen als Frankfurt, mit 54,2 Millionen Passagieren mit Abstand Deutschlands größter Airport. Auch Frankfurt ist längst an seiner Kapazitätsgrenze und plant für 2011 den Bau einer vierten Landebahn. In Europa rangiert Frankfurt auf Rang drei, München ist jetzt auf Rang sieben, knapp hinter London Gatwick aber vor dem Flughafen Rom. Nach Schätzung der Flughafengesellschaft wird München bereits im Jahr 2020 fast 58 Millionen Passagiere abfertigen.

Wachstumstreiber ist nach wie vor die Lufthansa, die München neben Frankfurt als zweitens Drehkreuz ihrer Flotte nutzen will. Allein in diesem Jahr will die Lufthansa in München 900 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, mittelfristig soll die Langstreckenflotte von derzeit 22 auf 30 Maschinen ausgebaut werden.

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