Handel + Konsumgüter
Drogerieketten Boots und Alliance Unichem fusionieren

Die beiden britischen Drogerieketten Boots und Alliance Unichem haben sich auf eine milliardenschwere Fusion geeinigt. Das entstehende Unternehmen werde unter dem Namen Alliance Boots firmieren, teilten die Unternehmen am Montag in London mit.

dpa-afx LONDON. Die beiden britischen Drogerieketten Boots und Alliance Unichem haben sich auf eine milliardenschwere Fusion geeinigt. Das entstehende Unternehmen werde unter dem Namen Alliance Boots firmieren, teilten die Unternehmen am Montag in London mit. Der Wert der fusionierten Gesellschaft wird auf sieben Mrd. Pfund geschätzt.

Den Zusammengang bezeichnen die Unternehmen als Fusion unter Gleichen. Die Aktionäre von Boots werden an dem fusionierten Unternehmen mit 50,2 Prozent die Mehrheit halten, Alliance Unichem-Aktionäre kommen auf 49,8 Prozent. Die Synergieeffekte aus der Streichung von Doppelfunktionen und optimierten Verkauf beziffert Boots ab dem vierten Jahr auf jährlich mindestens 100 Mill. Pfund nach Steuern. Ihren Umsatz schätzen die Konzerne nach der Fusion auf 13 Mrd. Pfund. Zusammen verfügen beide Unternehmen über 3 000 Drogerien.

An der Londoner Börse wird Boots, dessen Aktienkurs in der vergangenen Woche nach einer Gewinnwarnung unter Druck geriet, derzeit mit etwa 4,4 Mrd. Pfund bewertet, während Alliance Unichem auf rund 3,1 Mrd. Pfund kommt. Am Montagvormittag stiegen Alliance Unichem im frühen Handel um 4,10 Prozent auf 902,00 Pence. Boots-Papiere kletterten sogar um 6,33 Prozent auf 647 Pence.

Die beiden Unternehmen wären im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von rund 14,3 Mrd. Pfund sowie einen Gewinn von 473 Mill. Pfund gekommen - wobei Alliance Unichem rund 62 Prozent zum Umsatz und Boots knapp 64 Prozent zum Gewinn beisteuerte. Auch ohne die zum Verkauf stehende Sparte Boots Healthcare International lag der Boots-Gewinn über dem der Alliance Unichems.

Boots-Chef Richard Baker soll demnach auch das neue Unternehmen leiten. Nigel Rudd solle im neuen Unternehmen Chairman werden. Alliance Unichem würde mit George Fairweather den Finanzvorstand stellen. Außerdem solle Alliance Unichem-Vizevorstand Stefano Pessina, der rund 32 Prozent an dem Unternehmen hält, diesen Posten auch im neuen Unternehmen einnehmen.

Boots will wie bereits angekündigt seine Arzneimittelsparte abgeben. Für die auf 1,43 Mrd. Pfund geschätzte Sparte sollen Presseinformationen zufolge Pharmakonzerne wie Bayer , Glaxosmithkline , Pfizer , Johnson & Johnson sowie Novartis bereits Gebote abgegeben haben. Von dem Nachsteuererlös wird Boots 400 Mill. Pfund behalten und den Rest als Sonderdividende an seine Aktionäre ausschütten.

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