Drohender Pilotenstreik
Lufthansa macht kein neues Tarifangebot

Bei Lufthansa steht der nächste Streik vor der Tür. Die Piloten scheinen zum Arbeitskampf entschlossen. Lufthansa sucht das Gespräch, will aber kein neues Angebot zu mehreren komplexen Themen vorlegen.
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Frankfurt/MainVor dem drohenden Streik ihrer Piloten beharrt die Lufthansa auf ihrem bisherigen Angebot zu den Gehältern. Man suche zwar das Gespräch mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), werde aber keine neue Offerte vorlegen, kündigte am Mittwoch ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt an. Die Urabstimmung über einen Streik unter den mehr als 5000 Lufthansa-Piloten läuft bis zum 21. März. Danach sei sehr schnell ein Arbeitskampf möglich, hatte die VC gedroht. Die Tarifverhandlungen laufen bereits seit über zwei Jahren.

Die VC hatte es zur Voraussetzung für weitere Verhandlungen gemacht, dass Lufthansa das Fortwirken der zum Jahreswechsel aufgekündigten Übergangsversorgung rechtlich anerkennt. Das Regelwerk ermöglichte es Piloten bislang, bereits ab einem Alter von 55 Jahren mit bis zu 60 Prozent der Bruttobezüge auszuscheiden. Auch das Risiko der Fluguntauglichkeit war in dem Abkommen über eine von Lufthansa bezahlte Versicherung geregelt.

Das Unternehmen hat zwar erklärt, die Übergangsregeln für zwei weitere Jahre anzuwenden. Die verbindliche arbeitsrechtliche Nachwirkung des Tarifwerks hat sie aber nicht anerkannt. VC könne das ja einklagen, hieß es am Mittwoch.

Entgegenkommen signalisiert die Gesellschaft hingegen bei der Frage der ebenfalls gekündigten betrieblichen Altersversorgung. Hier bestehe voller Bestandsschutz für die bislang erworbenen Anwartschaften, erklärte der Sprecher. Alle vor 2014 eingestellten Beschäftigten erhielten auch weiterhin Rentenbausteine nach dem bisherigen System, während neue Mitarbeiter derzeit keine Versorgungszusagen bekämen. Man werde den Beschäftigten gute Angebote machen.

Das Unternehmen müsse von dem System der bislang garantierten Rentenleistungen mit hohen Renditen herunterkommen. Es will stattdessen nur noch einen festen Zuschuss für die Altersversorgung zahlen. Die hohen Renditezusagen für die Betriebsrenten seien am Kapitalmarkt nicht mehr zu refinanzieren, so dass sich ein immer größerer Kostendruck aufbaue, schilderte der Sprecher die Lage. Über Betriebsrenten und Übergangsversorgung müssen auch Gespräche mit den übrigen Gewerkschaften Verdi und UFO geführt werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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