Dunkin' Donuts und Starbucks
Mehr als Kaffee und Donuts

Die Zeiten von Kaffee und Donuts sind vorbei. Die US-Kette Dunkin' Donuts will künftig nicht nur Frühstück, sondern auch Mittagessen anbieten. Wie das funktionieren kann, zeigt ausgerechnet Konkurrent Starbucks.
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Dunkin' Donuts ist eigentlich für frittierte, runde Backwaren mit Loch bekannt. In den USA bietet das Unternehmen aber längst mehr als nur Donuts. Am Montag nun startet es einen Angriff auf das Mittagsgeschäft – mit einem neuen Sandwich für 3,99 Dollar. Damit folgt es dem großen Konkurrenten Starbucks, der schon im vergangenen Monat sein neues Angebot vorstellte.

Dunkin' Donuts wird nun sieben neue Sandwiches in einigen Cafés testen. Das Mittagsangebot ist Teil des Versuchs, die Nachmittagsumsätze in die Höhe zu treiben, und neue Kundschaft in die Läden zu locken.

„Die größte Herausforderung ist es, ein Bewusstsein für unser neues Geschäft zu erzeugen“, sagte John Costello, der Innovationsleiter bei Dunkin' Brands, der Dachmarke von Dunkin' Donuts, in einem Interview. Generell gebe es nachmittags eine größere Nachfrage nach Essen, so Costello, doch Dunkin' sei vor allem für Kaffee und Donuts bekannt. Das will der Konzern nun ändern.

Das Mittagsgeschäft gilt als neustes Schlachtfeld in einer immer härter konkurrierenden Industrie. Burger-Ketten wie McDonald's und Burger King sind längst in das Café-Geschäft eingestiegen und haben damit den Druck auf die eigentlichen Kaffeeketten erhöht, mit einem eigenen Fast-Food-Angebot zurückzuschießen. Dabei bieten auch Dunkin' Donuts und Co. längst mehr als nur Gebäck und Heißgetränke. Starbucks etwa offeriert längst auch Alkohol und Tapas – und greift damit klassische, kleinere Restaurants an.

Die neue Angriffslust der Kaffeeketten liegt auch in ihrem Markt begründet: Kaffee und Donuts verkaufen sich am besten morgens. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts NPD kommen in diesem Zeitraum 65 Prozent der Kunden. Mittagessen und Nachmittagssnacks machen hingegen noch ein Drittel aus. Abends machen die Ketten nur noch zwei Prozent ihres Umsatzes, zeigen die Daten des Instituts.

Dunkin' Donuts will schon seit längerem an das Nachmittagsdrittel herankommen. Im vergangenen Jahr hat der US-Konzern daher seine Geschäfte umgebaut und setzt nun mehr auf den Stil von Cafés. Mit erdfarbenen Wänden, Jazz Musik und gemütlichen Nischen sollen die Filialen einladender sein und die Gäste dazu animieren, auch am Nachmittag vorbeizuschauen. Seit vergangenem Jahr gibt es auch mehr als nur Frühstück, zum Beispiel ein Bacon-Chicken-Sandwich. Zudem setzt Dunkin' Donuts zunehmend auf Loyalität und hat in den USA ein entsprechendes Programm eingeführt.

Genau so macht es auch Starbucks. Seit Anfang Mai können Kunden in 178 Cafés in Phoenix und Richmond, Virginia, neue Sandwiches testen. Zur Auswahl stehen Brote mit gegrilltem Hähnchen, Bacon und Käse sowie mit gegrillten Käse oder Cheddar Baguette. Der Preis: zwischen 5,25 und 6,95 Dollar, ähnlich wie ein Menü bei Burger King oder McDonald's. Im September will Starbucks sein Angebot auf die gesamte USA ausweiten. Die Kunden sollen mit der Kette künftig auch „high-quality Mittagessen“ verbinden, sagte Geschäftsführer Troy Alstead im April.

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