Dussmann-Gruppe übernimmt im August die Verpflegung von 5 000 Soldaten
Die Bundeswehr privatisiert einen Teil ihrer Truppenküchen

Die Bundeswehr beginnt mit der Privatisierung ihres Verpflegungswesens. Ab 1. August übernimmt die Dussmann-Gruppe den Betrieb von 14 Truppenküchen im süddeutschen Raum.

sk BERLIN. Die entsprechenden Verträge wurden gestern in Berlin zwischen der Bundeswehrprivatisierungsgesellschaft Gebb und dem Dienstleistungsunternehmen Dussmann unterzeichnet. Am 20. April hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags dem Testprojekt zugestimmt.

Das Verpflegungswesen der Bundeswehr sei ein „aufwändiges und kostspieliges Thema“, sagte Gebb-Geschäftsführer Ulrich Horsmann in Berlin. Ziel sei es, „auszuloten, wie mit Hilfe privater Catering-Unternehmen eine wirtschaftlichere Arbeitsweise möglich ist“. Insgesamt verfügt die Bundeswehr über etwa 330 Truppenküchen, die 700 Mill. Euro im Jahr kosten.

Die vereinbarte Vertragslaufzeit für den privaten Betrieb der ersten 14 Küchen, durch die etwa 5000 Soldaten zu verpflegen sind, beträgt aufgrund der notwendigen Investitionen zehn Jahre. In dieser Zeit erwartet das Verteidigungsministerium Einsparungen von insgesamt 11 Mill. Euro. Bislang lässt sich die Bundeswehr den Betrieb der Küchen 16,7 Mill. Euro jährlich kosten.

Als Testballon ist das Projekt indes nur auf zwei Jahre angelegt. Dann wird geschaut, wer finanziell die Nase vorn hat: der private Anbieter oder die Bundeswehr. Bewährt sich die mit Dussmann gefundene Lösung in einem Kosten-Leistungsvergleich mit ausgewählten Bundeswehrküchen in anderen Regionen, soll das gesamte Verpflegungswesen der Bundeswehr privatisiert werden.

Horsmann rechnet damit, dass die Entscheidung Ende 2007 feststehen kann. Eine vollständige Privatisierung könnte nach Berechnungen der Gebb Einsparungen von 46 Prozent bringen. Die weitere Privatisierung würde neu ausgeschrieben. Für das Pilotprojekt hatte nur Dussmann, bereits Caterer für die italienischen Armee, ein Angebot abgegeben.

Die Bundeswehr ist dringend auf weitere Privatisierungen angewiesen, um sich stärker auf ihre militärischen Kernaufgaben konzentrieren zu können und einen größeren Spielraum für Investitionen zu schaffen. Vor drei Jahren hat sie bereits das Fuhrpark- und das Bekleidungsmanagement ausgelagert. Ein weiteres Geschäftsfeld ist der Verkauf von nicht mehr benötigten Bundeswehr-Liegenschaften. Eigenen Angaben zufolge hat die Gebb seit ihrer Gründung dem Verteidigungshaushalt zwischen den Jahren 2000 und 2003 Einsparungen von 300 Mill. Euro gebracht. Schleppend voran kommt indes die geplante Privatisierung des Informationstechnologieprojekts „Herkules“, das eines der größten Reformvorhaben der Bundeswehr ist. Die Gespräche laufen seit drei Jahren – bislang ohne Ergebnis.

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