Echte Innovationen sind Mangelware
Markenartikeln fehlt der rechte Schwung

Die Markenartikelindustrie in Deutschland ist seit 2004 zwar durchschnittlich um 3,6 Prozent pro Jahr gewachsen. Im Vergleich zu anderen Branchen wie Dienstleistungen oder auch dem übrigen verarbeitenden Gewerbe hat sie sich allerdings weniger schwungvoll entwickelt.

HB FRANKFURT. Die neuesten Zahlen zur Entwicklung der Markenartikelindusitrie liefert eine Studie, die das Beratungsunternehmen McKinsey für den Markenverband durchgeführt hat. Nach 1999 und 2004 wurde jetzt zum dritten Mal in Folge auf Basis statistischer Daten und der Befragung der Mitgliedsunternehmen des Markenverbandes die volkswirtschaftliche Bedeutung von Marke und Markenartikelindustrie untersucht.

2005 erzielte die Markenartikelindustrie 361 Mrd. Euro Umsatz, stellte 20 Prozent der deutschen Exporte und beschäftigte 1,5 Mill. Menschen. Während der Sektor von 1999 bis 2003 als Wirtschaftsfaktor an Bedeutung gewann, ist „der langjährige Aufwärtstrend zuletzt etwas ins Stocken geraten“, stellte Thomas Tochtermann, Direktor bei McKinsey, gestern bei der Vorstellung der Studie fest. So sank beispielsweise der Umsatzanteil der Markenartikelindustrie am gesamten verarbeitenden Gewerbe seit 2003 um einen Prozentpunkt auf 22 Prozent.

Ein Grund für die geringere Dynamik der klassischen Markenartikelindustrie ist laut McKinsey, dass Marken außerhalb dieses Bereiches (beispielsweise Dienstleitungen) derzeit schneller wachsen, was den Anteil der Markenhersteller bei einigen volkswirtschaftlichen Indikatoren sinken lässt. Zum anderen erschwert die Situation im deutschen Markt die Lage: Gerade Markenartikelunternehmen spürten in den vergangenen beiden Jahren den harten Preiswettbewerb und die geringe Kauflust der Verbraucher.

Lichtblicke für die Hersteller von Markenartikeln gib es laut Markenverbandspräsident Franz-Peter Falke, weil die Verbraucher langsam wieder mehr zu Qualität greifen würden und die Geizwelle abflache. Um schneller wachsen zu können, müssten die Hersteller wieder mehr echte Innovationen auf den Markt bringen. „Immer mehr des Gleichen zu immer niedrigeren Preisen kann kein Wachstum generieren“, behauptete Falke.

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