Einkaufstour
Lufthansa-Bräute geraten in die Krise

Der Gegenwind für die Einkaufstour der zweitgrößten europäischen Airline Lufthansa wird immer größer: Nachdem die österreichische AUA tief in die Krise und in finanzielle Probleme geraten ist, sind nun auch über der britischen BMI dunkle Wolken aufgezogen. Das Beispiel BMI steht für ein Kernproblem vieler derzeitiger Übernahmen.

LONDON/FRANKFURT. Die Einkaufstour von Lufthansa gerät zu einer Zitterpartie. Lufthansa steht zwar weiterhin zu den abgeschlossenen Verträgen, macht aber gleichzeitig deutlich, dass es trotz der verschärften Situation keine Nachverhandlungen geben wird.

BMI kämpft seit Monaten mit einer rückläufigen Nachfrage. Der Chef der britischen Fluggesellschaft, Nigel Turner, gestand jüngst in einem Brief an die Mitarbeiter ein, dass das Jahr 2008 mit einem Rekordverlust geendet habe. Der bisher höchste Verlust von knapp 20 Mio. Pfund fiel 2002 an. Für 2007 wies BMI bei einem Umsatz 1,02 Mrd. Pfund einen Gewinn von 15,5 Mio. Pfund aus.

Seit Beginn des laufenden Jahres habe sich die Lage weiter verschlechtert, sagte ein Firmensprecher. BMI hat darum unter heftigen Protesten der Piloten kurzfristig die Gehälter eingefroren. „Wir werden unser Bestes tun, um Entlassungen zu vermeiden, können sie aber nicht ausschließen, sagte der Sprecher. Außerdem strich BMI im Sommerflugplan eine Reihe von Flügen innerhalb Großbritanniens und von London-Heathrow ins europäische Ausland.

Lufthansa besitzt seit längerem 30 Prozent an BMI und hat zu Jahresbeginn weitere 50 Prozent von Firmengründer Michael Bishop übernommen, der ein entsprechendes Optionsgeschäft im Jahr 1999 abgeschlossen hatte. Auch die übrigen 20 Prozent, die beim Lufthansa-Star-Alliance-Partner, der skandinavischen SAS, liegen, werden wohl bei Lufthansa landen.

Seit der Mehrheitsübernahme wird in der Branche gerätselt, was Lufthansa mit BMI vorhat. Wie in Lufthansa-Kreisen zu hören ist, hat LH-Chef Wolfgang Mayrhuber darüber noch nicht entschieden. Erst müsse BMI in die schwarzen Zahlen kommen, hatte er kürzlich erklärt. „Es ist einfach noch zu früh, noch gehört uns BMI rechtlich nicht“, sagte ein Sprecher von Lufthansa.

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