Einkaufsverhalten
Im Laden gucken, im Netz kaufen

Nie war es leichter, die Preise zu vergleichen: Immer mehr Verbraucher machen sich beim Einkaufen mit dem Smartphone über ein Produkt schlau. Auf den stationären Handel verzichten bislang aber die wenigsten.
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DüsseldorfIm Laden gucken, im Internet kaufen – oder umgekehrt: Stationärer Handel und E-Commerce wachsen laut einer Umfrage immer stärker zusammen. Neun von zehn Nutzern (87 Prozent) informieren sich manchmal online, schlagen dann aber im Geschäft zu, wie eine aktuelle Befragung im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom ergeben hat. Gleichzeitig kommt es bei 71 Prozent vor, dass sie sich im Geschäft schlau machen, aber dann bei einem Online-Händler bestellen.

Dieser Trend werde durch das mobile Internet verstärkt, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag: „Im Geschäft informieren sich viele Käufer per Smartphone oder Tablet über das Produkt und vergleichen Preise.“ Diese Transparenz sei eine große Herausforderung für die Händler. Der IT-Branchenverband empfahl ihnen, das Internet stärker zu nutzen – entweder mit einem Online-Shop oder zumindest als Marketinginstrument.

Laut der repräsentativen Studie haben im vergangenen Jahr 92 Prozent der Internetnutzer online eingekauft, 39 Prozent sogar mehr als zehn Mal. „Die Kunden kaufen nicht nur zum Weihnachtsgeschäft online ein, sondern das ganze Jahr über“, sagte Kempf. Sie schreckten auch vor „komplexen Produkten und Dienstleistungen“ wie Möbeln nicht mehr zurück.

Zwei Drittel der Nutzer haben beim E-Commerce allerdings schon negative Erfahrungen gemacht – die häufigste Klage: Die Käufer fühlen sich mit Werbung überhäuft (30 Prozent). Ein Ärgernis ist oft auch die verspätete Lieferung von Waren (29 Prozent). Jeder fünfte Nutzer beklagte fehlerhafte oder beschädigte Ware, ebenso viele bemängelten, dass die Bestellung nicht der Beschreibung entsprochen habe (Mehrfachnennungen möglich). Für die Studie hatte Forsa im Auftrag des Bitkom 1063 Internetnutzer befragt.

Dass Vorsicht durchaus angebracht ist, zeigt eine europaweite Untersuchung der EU-Kommission. Mehr als drei Viertel aller Online-Shops für digitale Musik, Bücher, Spiele oder Videos patzten beim Verbraucherschutz, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Fehlende Kontaktdaten seien das gravierendste Problem – ein Viertel der Portale nenne nicht die Identität und E-Mail-Adresse des Händlers. Zudem versuchten die Anbieter häufig, die Kunden bei den Vertragsbedingungen über den Tisch zu ziehen, etwa indem sie eine Haftung für Schäden am Computer ihrer Kunden durch heruntergeladene Software ausschließen oder das Recht auf Entschädigung oder Ersatz beschränken. (mit Material von dpa)

 

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  • Im Laden gucken, im Netz kaufen, im Laden reparieren lassen.

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