Einzelhandel am Flughafen betroffen
Unternehmen kämpfen mit Terrorfolgen

Die Terroranschläge in Großbritannien selbst konnten verhindert werden. Nun haben vor allem die Passagiere mit den Folgen, wie verschärften Kontrollen und Wartezeiten zu kämpfen – und die Unternehmen der Branche. Für manche springt angesichts Terrorgefahr sogar noch ein beachtliches Plus heraus.

HAMBURG/DÜSSELDORF. Die wenigsten Unternehmen können nach den vereitelten Terroranschläge vom Donnerstag ein Plus in ihrer Bilanz erkennen. Die Privatflugzeugbranche schon. Führende Businessjet-Betreiber wie Air Partner und NetJets rechnen mit einem Plus von ungefähr 25 Prozent. Vor allem Unternehmenschefs buchen vermehrt die kleinen Geschäftsflieger statt Linienflügen, weil sie den Zeitverlust durch die strikteren Sicherheitskontrollen am Flughafen ebenso wenig schätzen wie die Vorstellung, vertrauliche Firmenunterlagen beim Check-in aus der Hand geben zu müssen, weil auf einigen Flügen kein Handgepäck mehr erlaubt ist.

„Wir haben seit der Terrorwarnung deutlich mehr Aufträge“, sagt Greta Hesse, Leiterin Vertrieb und Marketing Deutschland bei Air Partner, dem weltgrößten Vermittler von Businessjets, der WirtschaftsWoche. „Bei uns brauchen die Kunden nach wie vor bloß fünf Minuten von der Limousine bis ins Flugzeug.“

Die übrige Flugbranche trifft die neuerliche Terrorwarnung jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zwar haben fast alle Fluglinien große Sparprogramme umgesetzt und in den vergangenen Tagen für das im Juni beendete Quartal höhere Umsätze und Rekordauslastung ihrer Flieger gemeldet. Selbst die chronisch defizitären US-Fluglinien wie etwa United oder Continental beendeten das erste Mal seit fünf Jahren wieder ein Quartal mit schwarzen Zahlen.

Doch insgesamt wird die Branche wohl auch in diesem Jahr wieder mehrere Milliarden Dollar Verlust machen. Grund ist vor allem der drastisch gestiegene Ölpreis. Die Kosten für Flugbenzin sind in den vergangenen drei Jahren auf fast das Dreifache gestiegen. Damit hat der teure Sprit – trotz Zuschlägen von bis zu 50 Euro pro Flugstrecke – praktisch alle anderen Einsparungen durch niedrigere Löhne, niedrigere Flughafengebühren oder den vermehrten Ticketverkauf über das Internet wettgemacht.

Die deutsche Airline Lufthansa gibt sich zunächst gelassen: „Lufthansa erwartet nach den Ereignissen vom Donnerstag keine Auswirkungen auf das künftige Buchungs- und Reiseverhalten“, sagte der Sprecher weiterhin. „Unsere Prognosen für das erwartete Passagierwachstum haben weiterhin Bestand.“

Der Schaden, der konkret am Donnerstag entstanden ist, falle für Lufthansa nicht ins Gewicht. „Wir mussten 33 Flüge streichen, das ist bei 1 800 Flügen, die wir durchschnittlich an einem Tag durchführen, wirtschaftlich nicht signifikant“, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Nachfrage von Dow Jones Newswires. Zu Annullierungen in dieser Größenordnung könne es durchaus auch an einem Tag mit widrigen Witterungsverhältnissen kommen, etwa wenn in Frankfurt Schnee fällt oder es in London nebelig ist.

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