Einzelhandel
Geiz erobert Elektrohandel zurück

Von "Geiz ist geil" wollte zuletzt nicht einmal mehr Saturn etwas hören. Doch billig ist wieder gefragt: Im einbrechenden Markt für Unterhaltungselektronik kehren Deutschlands Konsumenten zurück zu den Billiganbietern. Dagegen leiden die kleinen Fachhändler unter der Kaufzurückhaltung.

DÜSSELDORF. Im einbrechenden Markt für Unterhaltungselektronik kehren Deutschlands Konsumenten zurück zu den Billiganbietern. Während Media-Markt und Saturn im Weihnachtsquartal um 6,2 Prozent zulegten und selbst auf vergleichbarer Fläche die Erlöse um 2,4 Prozent steigerten, leiden die kleinen Fachhändler seit Oktober massiv unter Kaufzurückhaltung.

Damit zeichnet sich eine Trendwende ab. Seit Anfang 2006 hatten die mittelständischen Elektrohändler den großen Fachmarktketten deutlich Marktanteile abgenommen. Im ersten Halbjahr 2006 etwa wuchs der Gesamtmarkt fast dreimal so schnell wie die beiden Billiganbieter des Düsseldorfer Metro-Konzerns. Noch im ersten Halbjahr 2008 mussten sich Media-Markt und Saturn flächenbereinigt mit einem Umsatzplus von 1,8 Prozent begnügen, während der Gesamtmarkt um 5,9 Prozent nach oben schoss.

Doch das Comeback des Fachhandels gerät angesichts der Rezession ins Straucheln. "Die aktuelle Wirtschaftskrise hat im Handel eine Absatzkrise zur Folge", berichtet Oliver Haubrich, Vorsitzender der Geschäftsführung von Electronic Partner. Der Düsseldorfer Groß- und Einzelhändler, der deutschlandweit mit seinen eigenen Medimax-Märkten und selbstständigen EP-Handelspartnern einen Außenumsatz von geschätzten 3,2 Mrd. Euro erzielt, musste seit Herbst deutlich Federn lassen. "Nach einem profitablen ersten Halbjahr 2008 waren unsere ursprünglichen Erwartungen deutlich höher", klagt Haubrich. "Wir haben unsere Ziele nicht erreicht."

Während Media-Markt und Saturn zur Weihnachtszeit die zögerliche Kundschaft geschickt mit "Null-Prozent-Finanzierung" lockten, blieb der Fachhandel auf seiner Ware sitzen. Im vierten Quartal sei die Nachfrage nach IT- und Multimedia-Geräten, Elektrogroßgeräten und teilweise auch nach Unterhaltungselektronik eingebrochen, heißt es bei Electronic Partner. Am Ende reichte es dort im Heimatmarkt nur noch für ein Umsatzplus von 1,4 Prozent - nach 6,4 Prozent im Vorjahr.

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