Entscheidende Runde der Bahn-Tarifverhandlungen am Samstag
GDL und Bahn proben die Annäherung

In dem monatelangen Tarifkonflikt um die Lokführer in der GDL ist ein Durchbruch in greifbare Nähe gerückt. Die entscheidende Runde findet am Samstag statt. Dann will die GDL entscheiden, ob sie an den für Montag angekündigten Streiks festhält.

ap BERLIN. Am Freitag vertagten die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer die Gespräche nach sechseinhalb Stunden. GDL-Chef Manfred Schell äußerte sich positiv über den Verlauf: „Wir haben in den bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden in einigen Fragen eine deutliche Annäherung erzielt. Es gibt aber auch noch Knackpunkte, die aus dem Weg geräumt werden müssen.“

Bahnsprecher Volker Knauer sagte der AP, die Gespräche hätten gegen 13.00 Uhr unter Beteiligung des Bahnpersonalvorstands Margret Suckale und des GDL-Chefs Manfred Schell begonnen und seien konstruktiv verlaufen. Um 19.30 Uhr habe man sie unterbrochen und beschlossen, am Samstagvormittag weiter zu verhandeln. Über Inhalte der Verhandlungen wollte der Bahnsprecher nichts mitteilen; er verwies auf frühere Aussagen des Unternehmens, dass es keine unüberbrückbaren Hindernisse gebe.

Die GDL sei nach wie vor davon überzeugt, dass am Samstag ein Ergebnis zustande kommen könne, das einen Streik ab dem 7. Januar verhindern würde, erklärte Schell.

Es geht nach wie vor um die GDL-Forderung nach Entgelterhöhungen und einem eigenständigen Tarifvertrag. Umstritten war zum Beispiel, ob Lokrangierführer auch zum personellen Geltungsbereich gehören oder ob die Altersversorgung für Lokführer gesondert geregelt werden soll.

Am Freitag hatten Verhandlungskreise klargestellt, dass es noch keinen fertigen Tarifvertrag geben könne, sondern bestenfalls einzelne Festlegungen. Wegen der neuen Tarifstruktur bei der Bahn, die spezifische Interessen von Berufsgruppen besser berücksichtigen soll, müssen die Einzelheiten später mit der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA festgelegt werden.

Sollte doch ab Montag gestreikt werden, dann will die GDL Personen- und Güterverkehr lahmlegen. Befristet hatte sie den Ausstand bei ihrer Ankündigung nicht, sondern ein Ende von zufriedenstellendem Entgegenkommen der anderen Seite abhängig gemacht. Die Bahn hatte dagegen ein Schlichtungsverfahren gefordert. So etwas wird zwischen Tarifparteien normalerweise in einem gesonderten Vertrag geregelt. Das entsprechende Abkommen hatte die GDL jedoch gekündigt.

Die Bahn hatte am 9. Juli 2007 mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag geschlossen. Danach erhalten die Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro. Der alte, auch für die GDL-Mitglieder vereinbarte Tarifvertrag lief Ende Juni 2007 ab. Die GDL fordert eine Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. Größter Streitpunkt ist jedoch ihre Forderung nach deutlich mehr Geld für die Lokomotivführer. Ursprünglich hatte sie bis zu 31 Prozent verlangt, im Lauf der Verhandlungen aber erklärt, dass sie nicht auf der Maximalforderung bestehe.

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