Erste Namen kursieren
Käufer für Neckermann gesucht

Fest steht: Der Handelskonzern Karstadt-Quelle will sich von seiner Tochter Neckermann trennen. Unsicher ist: Wer das Versandhaus kaufen soll. Weil kein Interessent aus der Branche bereitsteht, könnte Neckermann an die Börse gehen – oder an Finanzinvestoren. Namen möglicher Käufer kursieren bereits.

ali/cs/tak DÜSSELDORF. Karstadt-Quelle hält sich beim Verkauf von Neckermann.de – ehemals nur Neckermann – alle Optionen offen. Während Branchenbeobachter Private-Equity-Firmen als wahrscheinlichste Interessenten nennen, erwägt der Handelskonzern auch einen Börsengang. Karstadt-Quelle hatte am Dienstag angekündigt, Neckermann.de verkaufen zu wollen, aber keine Einzelheiten genannt. Der nach Umsatz fast dreimal so große Versender Quelle verbleibt im Konzern, zieht sich aber aus Frankreich, Spanien und Portugal zurück.

„Neckermann.de geht mit hoher Sicherheit an einen oder mehrere Finanzinvestoren“, sagte Xaver Zimmerer, geschäftsführender Gesellschafter der M&A-Beratung Interfinanz, dem Handelsblatt. In Deutschland gebe es neben dem Hamburger Handelskonzern Otto keinen Wettbewerber, der Neckermann.de aus eigener Kraft übernehmen könne. Ein Sprecher von Otto erklärte auf Anfrage, das Versandhaus sei nicht an einer Übernahme interessiert. Lediglich einzelne Spezialversender aus dem Portfolio von Quelle und Neckermann seien von Interesse.

„Der Verkauf wird schwierig“, sagte der Geschäftsführer einer Beteiligungsgesellschaft in der Nähe von Frankfurt. Neckermann sei strategisch schlecht aufgestellt, ein Verkauf bis Jahresende daher eher unwahrscheinlich. Seit 2002 hat das durch Managementwechsel belastete Frankfurter Unternehmen 22 Prozent seiner Erlöse verloren. Zudem arbeitet die Firma defizitär.

Als strategischer Investor kommen ausländische Branchenspieler wie der französische Luxus- und Handelskonzern PPR in Frage. Dessen Tochterfirma La Redoute kooperiert seit Oktober mit Neckermann. Eine Sprecherin wollte zwar ein mögliches Interesse an Neckermann nicht kommentieren, sagte aber, PPR wolle im Einzelhandel aktiv bleiben. Erst jüngst hatten die Franzosen in den USA das Sportversandhaus Sportsman’s Guide für 255 Mill. Dollar gekauft.

Wie es unter Analysten heißt, bevorzugt Karstadt-Quelle einen Verkauf über die Börse. „Dies würde den höchsten Verkaufserlös bringen“, sagte ein Handelsexperte. Nach Ansicht eines Firmensprechers könnte dabei der boomende Internethandel von Neckermann.de für Anleger das ausschlaggebende Argument sein, denn inzwischen vertreibe das Haus die Hälfte seiner Waren über das Netz.

Seite 1:

Käufer für Neckermann gesucht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%