Europapark, Legoland, Ravensburger
Deutsche Freizeitparks erwarten Traumsommer

Seit Jahren nimmt die Zahl der Besucher in deutschen Freizeitparks zu. Zur jetzt startenden Saison sind die Parks trotz des starken Wettbewerbs optimistisch. Zum Überleben ist vor allem eine Kundengruppe wichtig.
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Stuttgart, GünzburgKeine Partei trifft den Zeitgeist momentan so gut wie die Grünen. Das gilt nicht nur für die politischen Inhalte. Selbst in der Wahl ihrer Tagungsorte liegen sie im Trend. So hat die Grünen-Spitze aus Baden-Württemberg den Grundstein für ihren sensationellen Erfolg im Landtagswahlkampf im Europapark in Rust gelegt. Zwei Tage lang hatte die Partei sich im Dezember zu einer Klausur in Deutschlands größten Freizeitpark zurückgezogen. Früher waren die Freizeitparks klassische Ziele für einen Tagesausflug im Sommer. Inzwischen halten Firmen zwischen den Achterbahnen ihre Tagungen ab und Familien steigen in Bungalowsiedlungen am Rand der Fahrgeschäfte ab.

„Wir wollen so weit kommen, dass die Leute eine ganze Woche in unserem Feriendorf verbringen“, sagt Hans Aksel Pedersen, Chef des Legolands in Günzburg. Zum Start in die neue Saison hat der Däne das Übernachtungsangebot kräftig erweitert. 24 Bungalows im ägyptischen Stil gibt es jetzt zusätzlich. Insgesamt können nun im Legoland in der Nähe von Ulm bis zu 1300 Gäste übernachten.

Der Europapark zwischen Freiburg und Offenburg ist schon weiter in seiner Entwicklung hin zum Resort. Vier Hotels mit 3000 Betten gehören zu dem Familienunternehmen, dazu kommen noch 2000 mögliche Schlafplätze in Wohnmobilen und Zelten.

Vergangenes Jahr blieb gut ein Fünftel der mehr als vier Millionen Parkbesucher zumindest eine Nacht. Billig ist das nicht: Eine vierköpfige Familie bezahlt für einen Aufenthalt mit einer Übernachtung und einer Zweitageskarte zwischen 300 und 400 Euro. Dennoch sind die Zimmer des Europaparks laut dem Eigentümer Roland Mack zu mehr als 90 Prozent ausgelastet – ein Spitzenwert in der Hotellerie.

„Das gelingt uns nur mit dem Tagungsgeschäft“, sagt der Unternehmer. Vor allem in der Nebensaison sind Firmenkunden extrem wichtig. Wenn im Herbst der Park offiziell schließt, hängt Mack eine Woche exklusiv für Mercedes dran: Der Autobauer hat das Gelände für seine Mitarbeiter reserviert. Dem Europapark kommt dabei seine enorme Größe zugute, denn jede fünfte Firmenveranstaltung benötigt 250 Zimmer oder mehr. Beispiel Adidas: Der Sportkonzern zeigte jüngst seine Kollektionen im Europapark vor 600 Fachhändlern.

Allerdings tobt unter den Freizeitparks ein erbitterter Wettbewerb. Immer mehr Konzerne sind in den vergangenen Jahren auf den Markt gedrängt. So gehören etwa das Legoland und der Heide-Park Soltau zu Merlin, der Tochter der Investmentgesellschaft Blackstone. Die meisten Parks in Deutschland sind aber familiengeführt.

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