Expansion
Dekra kauft Beratungsunternehmen in den USA

Der Prüfkonzern Dekra baut sein Industrie-Beratungsgeschäft mit einer Übernahme in den USA aus. Durch die Übernahme von BST will der Konzern nun verstärkt Consulting-Leistungen anbieten.
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Stuttgart Für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erwarb der Stuttgarter Konzern das kalifornische Beratungsunternehmen Behavioral Science Technology (BST) und sichert sich damit Großunternehmen wie ExxonMobil, Shell und Akzo Nobel als Kunden, wie Dekra am Dienstag mitteilte. „Unser Ziel mit der Übernahme von BST ist es, neben technischen Services wie Materialprüfung und Explosionsschutz nun auch verstärkt Consulting-Expertise einzubringen“, sagte Dekra-Vorstandschef Stefan Kölbl der Nachrichtenagentur Reuters. Von der Prüfung von Schweißnähten bis hin zur Sicherheits-Beratung des Top-Managements decke Dekra damit alle Bereiche ab.

BST berät mit rund 200 Mitarbeitern Unternehmen aus den Branchen Energie, Rohstoffe und Logistik in Sicherheitsfragen und setzte zuletzt mit seinen Niederlassungen in Nordamerika, Asien und Europa rund 45 Millionen Dollar (rund 35 Millionen Euro) um. Dekra baue mit dem Zukauf seine Position im Beratungsgeschäft in Nordamerika aus und errichte zugleich eine Plattform für die Erschließung der wichtigen Märkte in Asien.

Der bei Industrie-Prüfungen, Zertifizierungen und Fahrzeug-Gutachten mit den deutschen TÜV-Organisationen sowie der Schweizer SGS und der französischen Bureau Veritas konkurrierende Sachverständigenverein Dekra setzte 2011 gut zwei Milliarden Euro um. Zuletzt hatte Dekra in Frankreich, Großbritannien und Brasilien unter anderem im Gebrauchtwagen-Management und bei Sicherheits-Dienstleistungen zugekauft. Weltweit arbeiten knapp 28.000 Mitarbeiter für den Konzern, der sich Ende 2011 mit der erstmaligen Platzierung eines Schuldscheindarlehens am Kapitalmarkt rund 200 Millionen Euro für weitere Zukäufe besorgt hatte.

„Wir haben in den vergangenen Jahren in großen Schritten den Industrieprüfmarkt erschlossen und erwirtschaften in dieser Geschäftseinheit mittlerweile einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro“, sagte Vorstandschef Kölbl. Vor allem die Energie- und Prozessindustrie hätten großen Bedarf an Experten- und Sicherheitsdienstleistungen. Denn Havarien wie die Explosion einer BP -Ölplattform im Golf von Mexiko im Jahr 2010 oder die jüngst leckgeschlagene Erdgas-Förderanlage von Total in der Nordsee könnten oft folgenschwer sein, sagte Kölbl.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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