Expansionsprogramm
Vietnam Airlines setzt zum Steigflug an

Die nationale Fluggesellschaft Vietnam Airlines greift an und will die Zahl der Passagiere in diesem Jahr um etwa 14 Prozent auf 7,6 Millionen steigern. Das rasant wachsende Staatsunternehmen profitiert von Vietnams Wirtschaftsdynamik. Und für die nächsten Jahre hat es ein ehrgeiziges Expansionsprogramm aufgelegt.

HANOI. „Die Privatisierungspolitik der Regierung hat einen Boom an Auslandsinvestitionen ausgelöst. Geschäftsleute aus aller Welt füllen unsere Flugzeuge“, sagte Pham Ngoc Minh, Marketing-Vorstand der Fluglinie, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Seit das kommunistische Regime seine „sozialistische Marktwirtschaft“ praktiziert, verzeichnet Vietnam in Asien die höchsten Wachstumsraten nach China.

„In relativ kurzer Zeit hat sich Vietnam Airlines, einst eine Fluggesellschaft mit Attributen im alten Sowjet-Stil bei Management und Komfort, zu einem vom Wettbewerb respektierten Carrier entwickelt“, beobachtet Peter Harbison, Chef der Unternehmensberatung Centre for Asia Pacific Aviation in Sydney. Vietnams Luftfahrtmarkt sei derzeit die heißeste Erfolgsstory in Asien. Mit einem jährlichen Plus von rund 15 Prozent wachse der Markt doppelt so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt.

Nach Minhs Angaben will Vietnam Airlines die Zahl der Passagiere in diesem Jahr um etwa 14 Prozent auf 7,6 Millionen steigern. 2006 war sie schon um knapp 13 Prozent auf 6,8 Millionen Passagiere gestiegen. Bei einem Umsatzzuwachs von 12,4 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar sank jedoch der Reingewinn auf 19,1 Mill. Dollar – ein Rückgang um gut ein Drittel wegen gestiegener Kerosinpreise. „Doch die Fundamentaldaten stimmen“, sagte Harbison. Selbst in der schlimmsten Krise, als die Lungenseuche Sars wütete, habe Vietnam Airlines 27,2 Mill. Dollar Gewinn erwirtschaftet.

Für die nächsten Jahre hat der Staatscarrier ein ehrgeiziges Expansionsprogramm aufgelegt. Die Flotte von zur Zeit 40 Maschinen – vor allem vom Typ Boeing B777 und Airbus A320/321 – soll noch bis Ende 2007 um acht Maschinen, bis 2010 auf mehr als 60 Maschinen ausgebaut werden. Da der Staat die Investitionen von 1,78 Mrd. Dollar nicht stemmen könne, steuere Vietnam Airlines die (Teil-)Privatisierung an, sagt Minh, die er 2008 erwartet. Erwogen werden Börsengänge in Hongkong und Singapur. „Die Interessenten dürften Schlange stehen“, vermutet Harbison.

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